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LEXIKON

Pcken

Blattern; Variola
hochgradig ansteckende, lebensgefährliche, meldepflichtige Infektionskrankheit, die durch Viren (Variolavirus) verursacht wird, seit 1977 aber als ausgerottet gilt. Die Übertragung erfolgt vor allem durch Tröpfcheninfektion, seltener durch Schmier- und Staubinfektion. Die Inkubationszeit beträgt im Durchschnitt 1214 Tage. Dann kommt es plötzlich zu hohem Fieber, Schüttelfrost, heftigen Kopf- und Rückenschmerzen, die etwa 24 Tage anhalten. In diesem Stadium tritt auch bereits ein vorübergehender Hautausschlag auf. Nach kurzem Fieberabfall entstehen rötliche juckende Flecken, die in Knoten und schließlich in eitergefüllte Bläschen übergehen. Am Kopf beginnend und begleitet von hohem Fieber und Delirien breitet sich dieser Ausschlag am ganzen Körper aus. 20 bis 50% der Betroffenen sterben in dieser Phase. In leichteren und mittelschweren Fällen trocknen die Bläschen nach rund  12 Tagen ein und heilen schließlich bei sinkendem Fieber unter Narbenbildung ab (Pockennarben). Eine ursächliche Therapie gibt es nicht. Die Behandlung erfolgt lediglich symptomatisch. Der einzig wirksame Schutz vor einer Erkrankung ist eine Pockenschutzimpfung. Die überstandene Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität.
Neben diesen echten Pocken (Variola major; Erreger: Orthopoxvirus variola) existiert noch eine leichtere Krankheitsform, die weißen Pocken oder Milchpocken (Variola minor, Alastrim; Erreger: Orthopoxvirus alastrim) mit einer Sterberate von 1 bis 5%. Diese Krankheitsform hinterlässt keine Immunität gegen die echten Pocken.
Die Pocken, die vor Einführung der Pockenschutzimpfung viele Opfer forderten, sind heute praktisch ausgerottet. Die von E. Jenner nach 1796 eingeführte Pockenschutzimpfung (Vakzination) geht auf die Beobachtung zurück, dass die Sonderform der Kuhpocken beim Menschen eine leichte Verlaufsform hat und dass ihr Überstehen unempfänglich gegen die echten Pocken macht. In den meisten Kulturländern bestand bis in die jüngste Zeit gesetzlicher Impfzwang (seit rund 100 Jahren). Nachdem 1977 in Somalia der letzte Pockenfall weltweit auftrat, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pocken 1980 offiziell für ausgerottet. In der BR Deutschland war der gesetzliche Impfzwang bereits 1976 abgeschafft worden. Offiziell sollen Pockenviren weltweit nur in zwei Laboratorien aufbewahrt worden sein. Neuerdings wachsen die Befürchtungen, dass Terroristen in den Besitz von Pockenviren gelangen und sie als biologische Waffe einsetzen könnten.
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