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LEXIKON

Parlamentarismus in Großbritannien

Parlamentarismus in Großbritannien
1730 ruft König Georg II. das Amt des Premierministers offiziell ins Leben, indem er Sir Robert Walpole als "Leitenden Minister" bestätigt. Walpoles heftigster Gegner, Henry St. John Bolingbroke (16781751), fasst demgegenüber 1749 in einer seiner Schriften die Stellung und Notwendigkeit einer starken Opposition zu König und Regierung zusammen:

Entsprechend unserer gegenwärtigen Regierungsform ist jedes Mitglied eines der Häuser des Parlaments Mitglied eines nationalen beständigen Rats. Es ist geboren oder vom Volk ernannt, um gute Regierung zu fördern und gegen eine schlechte zu opponieren. Und wenn es nicht mit der Macht eines Staatsdieners ausgestattet ist, so jedoch mit der höheren Macht, diejenigen zu kontrollieren, die hierzu [d. h. zu den Staatsämtern] von der Krone ernannt werden. Hieraus folgt, dass diejenigen, die sich der Opposition widmen, unter ebenso großer Verpflichtung stehen, zur Kontrolle bereit zu sein, wie diejenigen, die der Krone dienen, zur Weiterführung der Verwaltung bereit sein müssen. Auch handelt eine Partei, die zu diesem Zwecke gebildet wurde, nicht wie es gute Bürger und ehrliche Männer tun sollten, wenn sie nicht ebenso richtige Regierungsmaßnahmen vorschlägt, wie sie falschen gegenüber opponiert. Ich bin sicher, sie handeln nicht weise, wenn sie nicht systematisch handeln und nicht bei jeder Gelegenheit das Schema der Politik, welches das öffentliche Interesse zu befolgen fordert, dem gegenüber stellen, das keinem Interesse gemäß ist außer dem des Fürsten und seiner Diener ...

Jede Regierung (Administration) ist ein System der Führung: Opposition sollte deshalb ebenfalls ein System der Führung sein, welches entgegengesetzt und nicht abhängig ist."
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