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LEXIKON

Pamphlet gegen den Kaiser

Pamphlet gegen den Kaiser
Bartholomäus von Capua schreibt für seinen König Robert von Sizilien, ein Gegner von Kaiser Heinrich VII., an den Papst in Avignon, dass die Zeit der Kaiser vorbei sei und die deutschen Könige der päpstlichen Kontrolle unterstehen sollten:

[Der Papst] solle ... bei einer Wahl, Schaffung und Bestätigung eines künftigen Königs der Römer [d. h. eines Kaisers] darauf achten und reiflich überlegen, wie viele ... Verwüstungen und Zerstörungen "[Italien] betroffen haben durch die Wahl und Bestätigung ... des Königs der Römer. Der Wurzelgrund und der Fehler all dessen ist, dass der Kaiser keinen Gleichrangigen dulden will... Bloß weil durch alte Schriften dem Kaiser gesagt ist, dass er über allen Königen stehe und unter sich alle Völker und die Leitung der Kirche habe, richtet er sich sofort nach seiner Krönung im Dampf des Hochmuts auf und glaubt sich mit dem Herrn Papst nicht nur gleich- sondern sogar höherrangig...

Außerdem pflegen gemeinhin Könige der Römer aus dem Bereich der deutschen Sprache gewählt zu werden, die ein hartes und ungehobeltes Volk hervorzubringen pflegt, das mehr der barbarischen Wildheit als dem christlichen Glauben anhängt und bei dem zu rauben nicht als Sünde gilt ... Darum sollen die Gesandten den Herrn Papst im Auftrag unseres Herrn bitten, dass dieser ... Wege erkunde, dass vor allem in diesen unruhigen Zeiten keine Wahl eines Königs von Deutschland erfolgt, und wenn doch eine solche geschieht, sie keine Bestätigung der päpstlichen Autorität erhält."
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