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LEXIKON

Paläogn

[
das; griechisch
]
Eogen; Alttertiär

Vor 6655 Mio. Jahren: Das Paleozän

Um 66 Mio.

Der Stamm der Diatomeen (210184 Mio.) erlebt einen explosionsartigen Aufschwung und erlangt große Bedeutung als wichtiger Gesteinsbildner.
Ab Beginn des Tertiärs vollziehen sich im Bereich der Landflora keine wesentlichen evolutionären Schritte mehr. Es finden nur geographische und klimatografische Veränderungen bzw. Spezialisierungen in der Pflanzenwelt statt.
Seltene Fossilien belegen die Existenz von Octopoden (»Kraken«) in den Weltmeeren.
Erstmals ist die Wirbeltierordnung der Blindwühlen fossil belegt. Blindwühlen sind tropische Verwandte der Frösche sowie der Salamander; sie haben einen schlangenförmigen Körper.
Mit der Unterordnung Protogomorpha erscheinen frühe Stammformen der Nagetiere (Rodentia).
Erste Hasenartige (Lagomorpha) treten auf, bleiben aber aufgrund ihres Lebensraumes sie leben nicht in Feuchtgebieten fossil nur spärlich erhalten.
Mit der Infraordnung Tarsiiformes, zu der die heutigen Koboldmakis Südostasiens zählen, beginnt die Entwicklung der Primaten-Unterordnung Haplorhini (5536 Mio.).

6655 Mio.

Europas Küsten stehen erstmals unter dem Einfluss des Golfstroms der warmes Wasser aus den Tropen nach Norden führt. Ein anderer warmer Strom, der Kurio Schio, beeinflusst die Temperaturen an der Pazifikküste Nordamerikas. Bis zur Höhe Alaskas gedeihen Palmen. Vor den Küsten Südafrikas verlaufen ein warmer Agulhas-Strom (im Osten) und ein kalter Benguela-Strom (im Westen).
Klimatisch bedingt bilden sich in Trockenzonen vor allem der Nordhalbkugel (Nordamerika und Eurasien) regional bedeutende Salzlager.
Die ersten bedeutenden tertiären Braunkohlelager entstehen in Europa, Asien und Nordamerika.
Auf der Nordhalbkugel gedeiht zirkumpolar eine reichhaltige so genannte arktotertiäre Flora.
Im Gebiet von Kairo verkieseln Bäume als »versteinerter Wald«. Ein ähnlicher Prozess spielt sich auch im südamerikanischen Patagonien ab.
Die Palmen erreichen die weiteste Verbreitung ihrer gesamten Entwicklungsgeschichte. Im Norden reicht die Palmengrenze bis ins nördliche Grönland hinein.
In den subtropischen Gebieten Mitteleuropas und Nordamerikas gedeihen baumförmige Liliengewächse, in Europa die Drachenbäume, in Amerika hochwüchsige Agavenarten.
Die ausgesprochen seltene Farnunterordnung Ophioglossales ist in Italien erstmals fossil belegt.
In den Meeren sind noch keine der heute lebenden Weichtierarten (Muscheln, Schnecken, Kopffüßer usw.) vorhanden, wohl aber gleiche Gattungen.
Mit der Gattung der Palaeanodonten erscheinen in Nordamerika erste Schuppentiere (Pholidota).
In Nordamerika sind einige Arten katzengroßer Säugetiere heimisch. Die mit einer Flughaut ausgestatteten Gleitflieger gehören zur Ordnung Riesengleiter (Dermoptera).
Aufgrund des warmen Klimas sind Krokodile im Norden bis nach New Jersey, England und der Mongolei, im Süden bis nach Patagonien verbreitet.
In Nordamerika und Eurasien ist die Säugetierordnung Pantodonta vertreten. Sie umfasst mittlere bis sehr große Tiere mit fünfzehigen Extremitäten und einem noch sehr ursprünglichen, vollständigen Säugetiergebiss. Diese Tiere lassen sich entwicklungsgeschichtlich von den Condylarthra herleiten. Im Mittleren Oligozän (um 30 Mio.) sterben sie aus.
Großwüchsige Pflanzen oder alles fressende Säugetiere der Ordnung Dinocerata leben in Asien und Nordamerika. Charakteristisch für diese Parallelgruppe zu den Pantodonta sind hornartige Fortsätze am Schädel.
Eine isolierte Säugetierordnung (Taeniodonta) ungeklärter Herkunft ist in Nordamerika mit einer Familie (Stylodontidae) vertreten. Die Tiere sind ratten- bis bärengroß, ihr Körper gleicht dem eines Erdferkels, ihr Kopf dem eines Schweines.
In Nordamerika leben Vertreter der Säugetierordnung Tillodontia, Tiere mit fünfzehigen bekrallten Extremitäten, die die Größe von Braunbären erreichen. Es sind Allesfresser oder Pflanzenfresser, die wahrscheinlich von den Condylarthra abstammen und ohne Nachfahren im Eozän (5536 Mio.) wieder aussterben.

6640 Mio.

In den Flachwassergebieten aller warmen Meere sind so genannte Nummuliten, eine artenreiche Gruppe der Großforaminiferen, verbreitet, deren linsenförmige Kalkgehäuse gesteinsbildend wirken.

6636 Mio.

Das überwiegend feuchtwarme Klima begünstigt auf fast allen Kontinenten das Wachstum tropischer Regenwälder.
Im Nordosten Mitteleuropas produzieren Nadelbäume der Gattung Pinus aufgrund einer krankhaften Veränderung des Holzes große Mengen Bernsteinharz.

6615 Mio.

Im Zusammenhang mit der Verschiebung der Kontinente verändert sich auch das System der Meeresströmungen.

661,7 Mio.

Bedingt durch die rasche Drift der Kontinente kommt es vielerorts zu Rissen in der Erdkruste und damit verbunden zu heftigem Vulkanismus. Dabei fließen z.T. großflächig so genannte Plateaubasalte aus.
Die Auffaltung der Alpen und anderer Faltengebirge der alpinen Faltungsära, etwa des Himalaja, setzt ein. Zugleich beginnt die Abtragung der neu entstehenden Gebirge.

Um 63 Mio.

Während sich die Indische Tafel an den asiatischen Kontinent anschließt, löst sich die Inselgruppe der Seychellen von Indien.

Um 60 Mio.

Die mittelamerikanische Landbrücke wird überflutet. Damit setzt in Südamerika eine isolierte Weiterentwicklung vor allem der Säugetiere bis gegen Ende des Miozäns (vor ca. 5 Mio. Jahren) ein. Auf diesem Subkontinent gibt es mit Ausnahme einiger Beuteltiere keine Raubtiere, so dass die zahlreichen Pflanzenfresser ungestört Formen ausbilden können, die wahrscheinlich weder in Nordamerika noch in der Alten Welt überlebensfähig wären.
Mit der Überfamilie Miacidea ist erstmals die Unterordnung Landraubtiere (Fissipedia) der Ordnung »echte« Raubtiere (Carnivora) vertreten. Die Miacidea, eine künstliche Gruppe nicht näher miteinander verwandter Arten, sind überwiegend kleine Waldbewohner von etwa 20 cm Länge und ähneln in etwa den Baummardern, deren Lebensraum sie auch teilen. Unter ihnen sind wahrscheinlich die Stammformen aller Landraubtiere zu suchen. Im Eozän (5536 Mio.) sterben die Miacidea aus.

6055 Mio.

Sowohl in Amerika als auch in China entwickeln sich erste Gürteltiere (Cingulata).
In Südamerika, dem Stammgebiet der Beuteltiere, beginnt die Radiation dieser Säugetierordnung. Zwei neue Unterordnungen, die Raubbeutler (Borhyaenoidea) und die Opossummäuse (Caenolestoidea), bilden sich heraus.
In Südamerika erscheinen frühe, noch primitive Huftiere.

Vor 5536 Mio. Jahren: Das Eozän

5550 Mio.

In vielen Faunen Amerikas und Europas stellen die »Urhuftiere« oder Condylarthra mit zahlreichen Arten rund 25% aller Säugetiere. Aus ihnen entwickeln sich die beiden großen Gruppen der Huftiere (Ungulaten): Die Paarhufer (Artiodactyla, und die Unpaarhufer (Perissodactyla). Erstere sind zunächst durch die Schweineartigen und frühen Kamele vertreten, letztere durch Flusspferdeartige (Hippomorpha), Ancyclopoda und Ceratomorpha.
In Nordamerika leben erstmals Verwandte der Spitzmäuse. Die Spitzmausartigen (Soricomorpha) gehören zu den Insektenfressern, die zwar den Mäusen ähneln, mit diesen aber nicht verwandt sind. Heute kommen sie u.a. noch mit der winzigen Etruskerspitzmaus vor, den wohl kleinsten rezenten Säugetieren.
Mit Formen, die zu aktivem Steigflug in der Lage sind, erobern die Säugetiere den Luftraum. Als erste Fledertiere (Chiroptera) erscheinen die Fledermäuse (Microchiroptera) in Nordamerika und Europa mit Formen, die den heute lebenden Arten schon weit gehend ähneln.

5536 Mio.

Das Klima ist auf der ganzen Erde ausgeglichen. Weltweit bleibt es warm, wird aber zunehmend feuchter. Die globale Durchschnittstemperatur liegt bei 20 °C, vor allem in den hohen Breiten deutlich darüber. Die Palmennordgrenze reicht bis hinauf nach New Jersey und in die Mongolei.
Die Ausdehnung der Ozeanböden, vor allem des Atlantik, setzt sich beschleunigt fort. Außerdem beginnt die Norddrift Australiens, die die spätere Gestalt des Indischen Ozeans maßgeblich beeinflusst.
Mehrere hervorragende Fossillagerstätten entstehen in Nordamerika, darunter die Fundstätten von Fossil Butte in Wyoming und John Day Fossil Beds in Oregon. Neben Wirbellosen und einer reichen Flora versteinern hier vor allem zahlreiche Fische, Frösche, Schildkröten, Echsen, Schlangen, Krokodile, Vögel und verschiedene Säugetiere.
Am Monte Bolca bei Verona in Norditalien bildet sich eine der bedeutendsten Lagerstätten fossiler Meeresfische. Zum größten Teil handelt es sich um tropische Arten.
Die erste Entwicklungsexplosion (Radiation) der Landraubtiere (Fissipedia), einer Unterordnung der »echten« Raubtiere (Carnivora), setzt in Nordamerika, Europa und Asien ein. Die Tiere leiten sich von den Insektenfressern ab.
In Afrika und Asien erscheinen erste Rüsseltiere. Sie entstehen vermutlich aus primitiven Huftieren, die in Indien leben.
In diese Zeit fällt eine bedeutende Weiterentwicklung der Säugetierordnung Nagetiere (Rodentia). Dabei erscheinen drei neue Unterordnungen.
In der Alten und Neuen Welt kommen in Gestalt von Halbaffen zahlreiche frühe Primatenarten vor.
Als Verwandte früher Huftiere erscheint die Säugetierordnung Hyracoidea. Dabei handelt es sich um Pflanzen fressende Tiere unterschiedlicher Gestalt und Größe, als deren späte Nachfahren die Schliefer bzw. Klippschliefer Afrikas und des Mittleren Ostens zu betrachten sind.
Mit drei Unterordnungen treten in Nordamerika und Europa erste Unpaarhufer (Perissodactyla) auf.
Die Säugetiere entwickeln Formen, die sich dem Leben im Meer anpassen. Erste Wale (Cetacea) sind Vertreter der Gattung Pakicetus, die zu den Urwalen (Archaeoceti) zählen.
In den weit verbreiteten tropischen Wäldern dieser Zeit leben erstmals Termiten (Isoptera).
Begünstigt durch die weltweit vorhandenen tropischen Urwälder, setzt eine bedeutende Weiterentwicklung der Vögel sowohl hinsichtlich der Artenzahl (Radiation) als auch der Individuenzahl ein. Dabei erscheinen auch zahlreiche Spezialformen (Laufvögel, Schwimmvögel, Greifvögel usw.).
Die Unterklasse Hinterkiemer (Opischobranchia) der Meeresschnecken bringt mehrere neue Ordnungen hervor, darunter Formen mit einem zweiklappigen Gehäuse (Sacoglossa).
Erstmals sind die Einzellerunterordnungen Discoasterineae und Euglenineae fossil belegt.
Mit einer Vielzahl von Gattungen und Individuen tritt die Ordnung Volvocales auf, ölbildende Einzeller vom Stamm Chlorophyta.
Die Bedecktsamer erleben einen bedeutenden Zuwachs neuer Arten.

Um 50 Mio.

In einem ersten Kollisionsstoß trifft der nach Norden driftende vorderindische Subkontinent mit Asien zusammen. Etwa zeitgleich rückt auch die Afrikanisch-Arabische Tafel gegen Eurasien vor.

5040 Mio.

In Messel bei Darmstadt verlandet ein tropischer Urwaldsee. In seinen sauerstofffreien Bodensedimenten fossilisiert neben vielen Pflanzen vor allem eine Fülle von Tieren in hervorragender Konservierung. Von besonderer Bedeutung sind die hier erhaltenen Urpferdchen, Fledermäuse, zahlreiche Insektenfresser sowie Urraubtiere und »echte« Raubtiere (Carnivoren).
Eine Unterordnung der Zahnarmen (Xenarthra), die Ameisenfresser (Vermilingua), lebt in Mitteleuropa (Deutschland). Sie ist hier mit der Familie der Ameisenbären (Myrmecophagidae) vertreten, die sonst nur in Südamerika heimisch ist.

5036 Mio.

Erste Vertreter der Paarhufer (Artiodactyla) entwickeln sich aus den Urhuftieren.

4845 Mio.

Im Geiseltal bei Halle an der Saale entsteht in einer tropischen Sumpfwaldregion eine der bedeutendsten Fossillagerstätten der Welt. Hervorzuheben sind die hervorragend z.T. farbig versteinerten Prachtkäfer, daneben viele andere Wirbellose, Tausende fossiler Fische und Hunderte von Landwirbeltieren. Besonders häufig finden sich fossile Amphibien und Reptilien sowie Vögel tropischer Feuchtbiotope.

4540 Mio.

Mächtige Kalksedimente (»Calcaire grossier«) lagern sich in einem flachen Warmwassermeer im Pariser Becken ab und schließen z.T. gut erhaltene Wirbeltierfossilien zahlreicher Arten ein.

Um 40 Mio.

Tausende von Landwirbeltieren, meist Säugetiere, geraten bei Egerkingen in der Schweiz in eine Fossilfalle. Sie kommen in einer Karstspalte ums Leben und fossilisieren in großer Zahl. Vertreten sind u.a. Pferde- und Tapirvorfahren sowie Paarhufer, Fleischfresser und Primatenarten.

4030 Mio.

Südwestlich von Kairo entsteht in der Fayum-Senke eine Fossillagerstätte von besonderem entwicklungsgeschichtlichen Interesse. Zu den Fayum-Fossilien gehören erste Rüsseltiere, frühe Huftiere, erste Wale, Fleischfresser und Reptilien. Auch erste Primatenüberreste versteinern hier.
Im westschweizerischen Kanton Glarn lagert sich der so genannte Glarner Fischschiefer ab, in dem zahlreiche Fische verschiedener Gattungen vor allem der Knochenfische fossilisieren.

Um 36 Mio.

In dieser Zeit sind in der Tiefsee so genannte Sedimentationslücken, d.h. Ausfälle von Ablagerungsschichten, weit verbreitet.
Eine große Welle des Artensterbens betrifft besonders stark die Säugetierfauna Westeuropas. Zugleich erscheinen zahlreiche neue Säugetierfamilien. Dieser so genannte Faunenschnitt ist als »Grande Coupure« (französisch: »Großer Schitt«) bekannt.

Vor 3624 Mio. Jahren: Das Oligozän

3630 Mio.

In Afrika leben erste Rüsselspringer (Macroscelidea). Die Lebensweise dieser sehr spezialisierten Insektenfresser entspricht in etwa jener der Springmäuse.
Die Familie der echten Nashörner (Rhinocerotidae) entwickelt sich und besiedelt Nordamerika, Europa, Asien und Afrika.
In der Gruppe der Tapirartigen (Tapiroidea) erscheinen erstmals Formen die weit gehend den modernen Tapiren ähneln.
In dieser Zeit spaltet sich die Primaten-Unterordnung Haplorhini in Neuweltaffen (Platyrrhini) und Altweltaffen (Catarrhini) auf. Unter den letzteren finden sich in Ägypten erste Vorfahren von Menschenaffen in Gestalt von Aegyptopithecus.

3624 Mio.

Das Klima wird langsam kühler. Entsprechend verschiebt sich z.B. die Palmennordgrenze während des Oligozäns in Europa vom Nordkap bis auf die Höhe Stockholms.
Tektonische Ereignisse führen zur Einengung des »Urmittelmeeres« Tethys. Im asiatischen Bereich schließt es sich völlig, in Europa beginnt der Zerfall in zwei getrennte Meereströge.
Weite Teile Deutschlands, vor allem der Norden und der Süden, liegen unter dem Meeresspiegel.
In den heutigen Badlands in South Dakota (USA) entsteht eine bedeutende Fossillagerstätte.
Bei Florissant in Colorado (USA) versteinern u.a. Sequoia-Baumstümpfe bis zu 3,4 m Höhe und 3 m Durchmesser. Berühmt sind aber vor allem die unzähligen verschiedenen fossilen Insekten dieser Lagerstätte.
Die Seekühe oder Sirenen, die einzigen im Meer lebenden Pflanzen fressenden Säugetiere, entwickeln sich.
Die Nagetiere bilden zwei neue Unterordnungen heraus, die Biberartigen (Castorimorpha) und die Dornschwanzhörnchen (Anomaluromorpha).
An den Küsten des nördlichen Pazifiks leben Desmostylia, eine Ordnung verschiedengestaltiger primitiver Säugetiere von z.T. stattlicher Größe.
In der Ordnung Insektenfresser (Insectivara) erscheint die artenarme Gruppe der Dimyliden, am Wasser lebende kleine Igelverwandte.
Die Fledertiere (Chiroptera) entwickeln neben den bisher existierenden Fledermäusen (Microchiroptera) jetzt auch größere Formen. Zu diesen so genannten Flederhunden (Megachiroptera) zählt u.a. die Familie der Flughunde (Pteropidae).
Zahlreiche Säugetierarten zeichnen sich durch Riesenwuchs aus.
In Gestalt des hirschähnlichen Protoceras leben in Nordamerika erste Hornträger.
Die Litopterna, pferdeähnliche Huftiere, sind in Südamerika verbreitet. Sie nehmen als Steppenbewohner viele Entwicklungsmerkmale der echten Pferde vorweg.
In Nordamerika leben erste Hundeartige (Familie Canidae).
Ausgedehnte Waldlandschaften sind die für diese Zeit charakteristische Vegetationsform Europas. An den Küsten gedeihen Mangrovenwälder, im Nordosten lichte Bernsteinwälder.
In den Trockengürteln Nord- und Südamerikas breiten sich Baumsavannen aus.
Unter den bedecktsamigen Kräutern erscheinen viele neue Gattungen und Arten, die sich auf bestimmte Lebensräume und neue Ernährungsweisen spezialisieren.

Um 35 Mio.

Unter den Walen erscheinen erstmals die Plankton fressenden Bartenwale (Mysticeti).
Erste Faultiere (Unterordnung Pilosa der Zahnarmen oder Xenarthra) leben in Südamerika. Im Gegensatz zu den heutigen Faultierarten, die auf Bäumen leben, sind es Bodenbewohner von z.T. sehr beachtlicher Größe.

3524 Mio.

Sowohl in Nordamerika als auch in Europa erscheint eine erste Familie der Katzenartigen, die Nimravidae. Ihre Vertreter zeichnen sich vor allem durch markante Säbelzähne aus.

Um 30 Mio.

In den Meeren der Nordhemisphäre erscheinen erstmals Meeresraubtiere, die Carnivoren-Unterordnung Pinnipedia. Diese Gruppe umfasst neben fossilen Familien die heutigen Ohrenrobben, Seebären und Seelöwen, die Walrosse, Hundsrobben und Seehunde.

3024 Mio.

Die Pferdeartigen werden größer. Nach bisher nur etwa 20 cm hohen Tieren erscheinen jetzt Pferdchen von Windhundgröße in Nordamerika. Es handelt sich um Vertreter der Gattungen Mesohippus, Anchitherium und gegen Ende des Oligozäns Parahippus.

Um 25 Mio.

Eine tropisch-subtropische Urwald- und Seenlandschaft befindet sich bei Hennef im Siebengebirge. In den feinkörnigen Bodensedimenten der ausgedehnten Seen fossilisierer neben Bäumen und Kräutern vor allem zahlreiche Frösche, Reptilien sowie verschiedene Säugetiere in hervorragender Erhaltung.

Um 24 Mio.

Verschiedene frühe Säugetiere sterben gegen Ende des Oligozäns aus. Dies betrifft z.B. die rüsseltragenden Pflanzenfresser Pyrotheria in Südamerika.
Erdzeitalter
Erdzeitalter
die untere Abteilung des Tertiärs, umfasst Paleozän, Eozän und Oligozän.
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