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LEXIKON

Osmse

[
griechisch
]
die einseitig gerichtete Diffusion einer Flüssigkeit durch eine halbdurchlässige (semipermeable) Membran oder Scheidewand, die zwei Flüssigkeiten, insbesondere gleichartige Lösungen verschiedener Konzentration, trennt und nur für das Lösungsmittel, nicht aber für den gelösten Stoff durchlässig ist. Die höher konzentrierte Lösung wird dadurch verdünnt, bis beide Lösungen gleiche Konzentration aufweisen. Der Einstrom der Flüssigkeit erzeugt auf der Seite der vorher stärker konzentrierten Lösung einen hydrostatischen Druck, der als osmotischer Druck bezeichnet wird. Er ist umso höher, je größer der Konzentrationsunterschied ist. Dieser Druck kann mit der Pfeffer'schen Zelle gemessen werden. Kommt es zu einem Flüssigkeitsaustausch in beide Richtungen, spricht man von Di-Osmose.
Die Osmose ist für die Lebewesen von großer Bedeutung, da auch ihre Zellmembranen semipermeabel sind. Pflanzen nehmen durch Osmose Wasser in ihre Zellen auf und leiten es von den Wurzeln bis in die Spitze. Der osmotische Druck in ihren Zellen (Turgor) verleiht ihnen Stabilität. Gleichzeitig verhindern starre Zellwände, dass der Druck zu groß wird. Zur Aufrechterhaltung eines konstanten inneren Milieus müssen Tiere und auch der Mensch eine Osmoregulation betreiben, d. h., Wasserhaushalt und Elektrolythaushalt müssen durch aktive Transportprozesse reguliert werden.
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