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LEXIKON

Novlis

[
auch ˈnɔ-
]
Novalis
Novalis
eigentlich Friedrich Freiherr von Hardenberg, deutscher Dichter, * 2. 5. 1772 Oberwiederstedt, Thüringen,  25. 3. 1801 Weißenfels; bedeutendster Vertreter der Jenaer Frühromantik; pietistisch geprägt; studierte Philosophie in Jena und Jura in Leipzig, dann Bergwissenschaft in Freiberg; befreundet mit L. Tieck, A. W. von Schlegel und F. von Schlegel, die seine meist Fragment gebliebenen Werke postum veröffentlichten. Novalis schuf in seiner Prosa und Lyrik eine radikal romantisierte Welt, indem er mystisch-religiöse Innerlichkeit mit mythisch-allegorischem Erzählen verband. Durch den frühen Tod seiner Verlobten Sophie von Kühn tief erschüttert, entstand 1800 der Gedichtzyklus „Hymnen an die Nacht“, der mit seiner visionären Verklärung von Nacht, Leben und Tod zum exemplarischen Werk frühromantischer Lyrik wurde. In dem Aufsatz „Die Christenheit oder Europa“ (1799) entwarf Novalis ein verklärendes Bild des christlichen Mittelalters und ein schwärmerisches Zukunftsbild des religiös geeinten Europas. Neben den „Geistlichen Liedern“ (postum) 1802 und dem Romanfragment „Die Lehrlinge zu Sais“ (postum) 1802 ist besonders der fragmentarische Entwicklungsroman „Heinrich von Ofterdingen“ (postum) 1802 von Bedeutung, der als romantisches Gegenbild zu Goethes „Wilhelm Meister“ geplant war und die Erlösung der rationalistischen Welt durch die Poesie darstellt. Leitmotiv des Romans ist die Blaue Blume als Inbegriff der romantischen Sehnsucht.
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