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LEXIKON

Normannen: Neue Macht in Italien

Normannen: Neue Macht in Italien
Der Chronist Hermann von Reichenau beschreibt voller Widerwillen die Machtausdehnung der Normannen in Italien, die für Kaiser und Papst zu einer starken Konkurrenzmacht werden:

Denn schon seit den Zeiten des vorigen Kaisers Heinrich [II.] sickerte dieses Volk von den Küsten des Französischen Ozeans her nach Kalabrien, Samnium und Kampanien ein. Zunächst waren die Normannen, die kriegerischer als die Italiener schienen, als Freunde begrüßt worden und hatten den Eingeborenen in kühnen Kämpfen gegen Sarazenen und Griechen, die ins Land einfielen, beigestanden. Aber das fruchtbare Land lockte eine große Zahl von ihnen an, und so wurden sie immer stärker. Sie bedrängten die Einheimischen, machten sich ohne Rechtstitel zu Herren, nahmen den eigentlichen Besitzern Burgen, Güter, Weiler, Häuser, und auch, wenn sie wollten, die Frauen weg, plünderten den Kirchenbesitz, traten göttliches und menschliches Recht mit Füßen, da sie ihre immer wachsende Kraft fühlten, und nur in ihren Worten erkannten sie den apostolischen Oberpriester und sogar den Kaiser an. Daher hatte der Herr Papst seinen Sinn darauf gerichtet, ihren schmählichen und nicht wieder gutzumachenden Verbrechen ein Ziel zu setzen, und er verließ in aller Freundschaft den Kaiser, um nach Rom zu ziehen. Auf Befehl ihrer Herren ... folgten ihm sehr viele Deutsche. Unter diesen waren viele Verbrecher."

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