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LEXIKON

Niereninsuffizienz

erheblich eingeschränkte Fähigkeit der Nieren ihrer Aufgabe nachzukommen, die harnpflichtigen, stickstoffhaltigen Substanzen auszuscheiden. Die akute Form der Niereninsuffizienz ist das Nierenversagen, das in der Regel wieder zurückgebildet werden kann. Bei der chronischen Niereninsuffizienz unterscheidet man vier Stadien, die fließend ineinander übergehen. Da Nierengewebe (Parenchym) zugrunde geht, ist der eingetretene Organschaden irreversibel. Im ersten Stadium ist die Filtrationsleistung der Nieren in den Glomeruli vermindert. Es liegen keine Beschwerden vor, es kann lediglich zu vermehrtem nächtlichem Wasserlassen (Nykturie) kommen. Der fortschreitende Untergang des Nierenparenchyms führt in den folgenden beiden Stadien zur Verminderung der Harnbildung bis zum Harnverhalt und entsprechendem Anstieg von harnpflichtigen Substanzen, Elektrolyten und Wasser im Blutserum mit nachfolgender Schädigung der inneren Organe. Neben typischer gelblicher Hautfärbung und Hautjucken durch Einlagerung der Harngifte in die Haut kommt es zu Leistungsabfall, Schlafstörungen, Austrocknung des Körpers mit massivem Abfall des Blutdrucks, später zu schweren Störungen des Magen-Darm-Traktes, des Herz-Kreislauf-Systems und des Nervensystems. Im Endstadium ist der Betroffene durch seinen eigenen Harn vergiftet (Urämie) und dialysebedürftig. Eine Niereninsuffizienz ist meist das Endstadium bei chronischen Nierenentzündungen und Nierenbeckenentzündungen und eine der spezifischen Risiken bei Zuckerkrankheit, Arteriosklerose und angeborenen oder erworbenen Fehlbildungen der Nieren, kann aber bei allen Nierenerkrankungen auftreten.
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