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LEXIKON

neulateinische Literatur

das Schrifttum in lateinischer Sprache seit der Mitte des 14. Jahrhunderts; griff im Gegensatz zur mittellateinischen Literatur wieder auf das klassische Latein zurück. In der neulateinischen Literatur drückte sich der Geist des Humanismus aus; mit diesem verbreitete sie sich in ganz Europa. Die wichtigste Gattung war die Lyrik (Hirtendichtung); daneben entstanden Epigramme, Lehrgedichte, Epen und Dramen. Der Begründer der neulateinischen Literatur war F. Petrarca. Im 15. Jahrhundert entfaltete sich die neulateinische Literatur auch in Deutschland und den Niederlanden. Die größte Wirkung erzielten die Werke Erasmus von Rotterdam; daneben standen K. Celtis, U. von Hutten, P. Melanchthon mit dem „Wittenberger Kreis“ u. a. In der Zeit der Gegenreformation entwickelte sich besonders das neulateinische Drama (Jesuitendrama); der bedeutendste Dramatiker des Barocks war J. Balde. Eine letzte Pflegestätte hat die neulateinische Literatur heute an englischen und niederländischen Universitäten gefunden.
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