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LEXIKON

Nashörner: Gefährdung

Aberglaube gefährdet Nashörner

Einem seltsamen, in weiten Teilen Ostasiens auch heute noch verbreiteten Aberglauben fallen noch immer zahlreiche Nashörner zum Opfer: Dem gemahlenen Horn der Nashörner wird eine potenzsteigernde Wirkung zugesprochen. Obwohl neuere Untersuchungen die angeblichen Wunderkräfte des Nashornhorns in keiner Weise bestätigen konnten, werden nur aufgrund dieser Tatsache die Hörner dieser Tiere zu extrem hohen Preisen gehandelt. Deshalb werden immer wieder Nashörner einzig und allein wegen ihres Horns durch Wilderer getötet. Obwohl beispielsweise in Simbabwe die Wildhüter mittlerweile Anweisung haben, jeden Wilderer, der Nashörner angreift, ohne jede Vorwarnung zu erschießen, wurden allein dort im Zeitraum von 1984 bis 1991 über tausend Nashörner illegal erlegt. Nachdem auch Versuche, die Nashörner aus dem besonders gefährdeten Sambesi-Tal in andere Landesteile zu bringen, nicht zur Eindämmung der Wilderei führten, entschloss man sich in Simbabwe zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Die Wildhüter sägten einer Gruppe von Tieren die Hörner ab, um sie für Wilderer wertlos zu machen. Sofern sich herausstellt, dass diese Maßnahme keine allzu große Beeinträchtigung für die Tiere darstellt, sollen alle dort lebenden Nashörner enthornt werden. Da der Anreiz, Nashörner zu schießen, fast ausschließlich in dem hohen Marktwert des Horns begründet liegt, hofft man, dass sich die Wilderei dann nicht mehr lohnt, und die Tiere so, wenn auch ohne ihr namengebendes Merkmal, überleben können.
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