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LEXIKON

Nachahmung

Soziologie
der Gegensatz von Erfindung; nach G. Tarde von grundlegender Bedeutung für den Bestand der Gesellschaft, insofern diese auf der Wiederholung gleicher Handlungen beruht. Beim Kind ist die Nachahmung z. B. des mütterlichen Verhaltens so ursprünglich, dass man von Nachahmungstrieb spricht. Zwar gehen unbewusste und bewusste Nachahmung ineinander über, doch ist der für alles Lernen wichtige bewusste Nachahmungsprozess an ein Erkennen des Gegenstands gebunden. Im magischen Denken der primitiven Völker dient die Nachahmung bestimmter Vorgänge und Handlungen dem Streben, diese selbst zu beeinflussen (Regenzauber, Analogiezauber u. Ä.). In der Ästhetik hat Aristoteles die Künste als „nachahmende Darstellungen“ bestimmt (Mimesistheorie); doch ist auf alle Fälle die künstlerische Nachahmung (Nachbildung) gestaltend und produktiv.
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