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LEXIKON

Myanmar

Unabhängigkeit und Militärherrschaft

Nur allmählich entwickelten sich gegen die britische Herrschaft Unabhängigkeitsbestrebungen, verbunden mit dem Wunsch, die eigene buddhistische Kultur zu pflegen und zu fördern. Führende Kräfte des Unabhängigkeitsstrebens wurden Aung San und U Nu. Nachdem es in Birma zahlreiche Aufstände gegeben hatte, trennten die Briten 1937 das Land von Indien und gestanden ihm Selbstverwaltung zu. 19421945 hielt Japan das Land besetzt. 1947 wurde Birma von Großbritannien Unabhängigkeit gewährt, die 1948 proklamiert wurde. Als Ministerpräsident U Nu 1961 den Buddhismus zur Staatsreligion erhob, provozierte er innere Spannungen. 1962 übernahm General Ne Win die Macht und wandelte Birma in einen sozialistischen Staat um. Dabei wurde die Wirtschaft des Landes zerrüttet. Gewaltsame Konflikte mit den zahlreichen ethnischen Minderheiten belasteten das Land zusätzlich. 1988 gelangte eine Militärjunta unter General Saw Maung an die Macht. Der Staatsname wurde 1989 von Birma in Union von Myanmar geändert. Parlamentswahlen 1990 gewann die von Aung San Suu Kyi, Tochter des Freiheitskämpfers Aung San, geführte oppositionelle NLD, das Militär verweigerte jedoch die Machtübergabe. 1992 wurde General Than Shwe Nachfolger von Saw Maung. Das Regime stellte Aung San Suu Kyi mehrfach unter Hausarrest (19891995, 20002002 und seit 2003), um eine politische Betätigung zu verhindern. 1997 wurde Myanmar Mitglied der ASEAN. 2004 tagte erstmals seit 1996 wieder der verfassunggebende Nationalkonvent, allerdings ohne Beteiligung der NLD. 2005 verfügte die Junta die Verlegung des Regierungssitzes nach Naypyidaw, das neue Hauptstadt des Landes wurde. 2007 erklärte das Regime die Arbeit des Nationalkonvents für beendet. Auf Massendemonstrationen buddhistischer Mönche im selben Jahr reagierte die Armee mit Gewaltmaßnahmen und Verhaftungen. Trotz eines verheerenden Zyklons, bei dem im Mai 2008 schätzungsweise 130 000 Menschen starben, ließ die Junta über eine neue Verfassung abstimmen. Nach offiziellen Angaben stimmten 92,4% der Wähler für die Verfassung, allerdings wurde das Referendum von massiven Manipulationen begleitet. Im November 2010 fanden Wahlen statt, die allerdings nicht demokratischen .Standards entsprachen, und von der USDP gewonnen wurden. Den Hausarrest gegen Aung San Suu Kyi hob das Regime im Anschluss an die Wahlen auf.
  1. Einleitung
  2. Natur und Klima
  3. Bevölkerung
  4. Staat und Politik
  5. Wirtschaft und Verkehr
  6. Geschichte
    1. Birmanische Reiche und britische Herrschaft
    2. Unabhängigkeit und Militärherrschaft
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