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LEXIKON

Mulisch

Harry, niederländischer Schriftsteller, * 29. 7. 1927 Haarlem,  30. 10. 2010 Amsterdam; einer der vielseitigsten Erzähler der niederländischen Nachkriegsliteratur; die Erinnerung an den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg sowie die den Familienverhältnissen geschuldete innere Zerrissenheit stehen im Zentrum der meisten seiner Werke: „Strafsache 40/61“ 1962, deutsch 1963; „Das Attentat“ 1982, deutsch 1986; „Die Entdeckung des Himmels“ 1992, deutsch 1993; „Die Prozedur“ 1998, deutsch 1999; „Das Theater, der Brief und die Wahrheit. Ein Widerspruch“ 2000, deutsch 2000; Essays: „Die Säulen des Herkules“ 1990, deutsch 1997; „Siegfried“ 2001, deutsch 2001.
  • Erscheinungsjahr: 1982
  • Veröffentlicht: Niederlande
  • Verfasser:
    Mulisch
    , Harry
  • Deutscher Titel: Das Attentat
  • Original-Titel: De aanslag
  • Genre: Roman
Der international erfolgreiche Roman »Das Attentat« von Harry Mulisch (* 1927) ist eine eigenwillige Interpretation des Ödipusmythos. Der Vatermord und die Heirat mit der Mutter erscheinen als Versuch, die Linearität der Zeit zu durchbrechen. Der Mensch kann wie ein Gott den Tod überwinden, indem er zum Anfang, zur Mutter, zurückkehrt und die Stelle des Vaters einnimmt.
Die deutsche Übersetzung erscheint 1986.
  • Erscheinungsjahr: 1992
  • Veröffentlicht: Niederlande
  • Verfasser:
    Mulisch
    , Harry
  • Deutscher Titel: Die Entdeckung des Himmels
  • Original-Titel: De ontdekking van de hemel
  • Genre: Roman
Als einen Versuch, der chaotischen Welt der Gegenwart mit den Mitteln der Literatur eine Ordnung abzugewinnen, lässt sich der groß angelegte Roman »Die Entdeckung des Himmels« von Harry Mulisch (* 1927) verstehen, und der Autor kommt dabei ohne die Hilfe des Himmels nicht aus. Zwei Freunde, der weltfremde, ungepflegte Sprachforscher Onno und der lebensfrohe, sinnlichen Genüssen nicht abgeneigte Astronom Max lieben während einer Kurzreise ins revolutionäre Kuba zu Beginn der 60er Jahre in einer Nacht dieselbe Frau, die Cellistin Ada, doch das Kind Quinten, das sie neun Monate später gebiert, ist nicht von ihnen, sondern wie der Leser erfährt, die vermeintlichen Väter bleiben lange ahnungslos göttlichen Ursprungs. Quinten hat die Aufgabe, die Gesetzestafeln mit den zehn Geboten, die Gott einst Moses auf dem Berg Sinai überreichte, zurückzubringen, da sie für den Untergang zutreibende Menschheit keine Bedeutung mehr haben. Mulischs Roman ist kein abstraktes Konstrukt, sondern ein lebensvolles, in kräftigen Farben angelegtes Porträt der Nachkriegsgeneration, die am Leiden und an der Schuld der Väter ein Leben lang trägt und von ihren sozialistischen Träumen längst Abschied genommen hat. Obwohl sie im wohl geordneten demokratischen Gemeinwesen ihren Platz gefunden hat, ist sie gleichwohl von Katastrophenvisionen geplagt.
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