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LEXIKON

Mottte

[
die; französisch mot, „Wort“
]
eine mehrstimmige Vokal-Komposition; im 13. Jahrhundert eine mehrstimmige kirchliche Gesangskomposition mit einem meist gregorianischen Cantus firmus. Im 14. Jahrhundert (Ars nova) wurde es üblich, mehrere Texte gleichzeitig zu singen (Doppel- und Tripelmotette). Ein erster Höhepunkt der Gattung war die isorhythmische Motette des 14. Jahrhunderts (P. de Vitry, G. de Machaut), ein kunstvolles Spiel mit rhythmischen und melodischen Perioden. Im 15. und 16. Jahrhundert war die Motette a cappella, streng polyphon gearbeitet (durchimitiert) u. z. T. auch mehrchörig, die verbreitete Hauptform der Kirchenmusik der franko-fläm. Schule (franko-fläm. Musik), so bei G. Dufay, J. Ockeghem u. O. di Lasso sowie den in Venedig wirkenden Musikern (A. Willaert und A. und G. Gabrieli und dem einen eigenen Personalstil begründenden P. G. da Palestrina. Der um 1600 aufkommende „konzertierende“ Stil (Rezitativ, Arie, Generalbass) verdrängte die Motette weitgehend durch die Kantate; die A-cappella-Motette ist aus dem kirchlichen Gebrauch aber niemals völlig verschwunden und erlebte im 19. und 20. Jahrhundert eine Belebung (J. Brahms, M. Reger, H. Distler, E. Pepping u. a.).
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