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LEXIKON

Monsmus

[
griechisch
]
von C. Wolff eingeführte Bezeichnung für metaphysische „Einheitslehren“; das sind solche, die nur ein Prinzip für die Gesamtheit des Wirklichen, nicht zwei (Dualismus) oder mehrere (Pluralismus) anerkennen. Der Monismus kann inhaltlich sehr verschiedenartig sein: materialistisch, idealistisch, pantheistisch, entwicklungsgeschichtlich (evolutionistisch), identitätsphilosophisch u. a.
Der Monismus ist ein philosophisches Urmotiv und findet sich schon in den ältesten Philosophien Indiens, Chinas und Griechenlands; er ist Ausdruck des Strebens nach einer einheitlichen Auffassung des Ganzen der Welt. Insofern ist jede Philosophie monistisch. Bei der Aufgabe jedoch, aus der zugrunde gelegten Einheit die Vielheit der Erscheinungen abzuleiten, ergeben sich Schwierigkeiten, die entweder dazu nötigen, Gegensätze in das zunächst nur abstrakt gedachte „Eine“ hineinzutragen (konkreter, dialektischer, dynamischer Monismus) oder dem „Einen“ das „Andere“ gegenüberzustellen oder aber die Einheit als bloße Denkvoraussetzung gelten zu lassen (kritischer Monismus).
Der von E. Haeckel gebrauchte Ausdruck Monismus bezeichnet eine Vermischung von materialistischen, evolutionistischen und hylozoistischen Gedanken. Sein Monistenbund (gegründet 1906) diente der Verbreitung naturwissenschaftlicher Bildung und freidenkerischer Bestrebungen.
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