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LEXIKON

Moll

Musik
[
das; lateinisch mollis, „weich“
]
aus der mittelalterlichen Musiklehre von „Hexachordum molle“ (Hexachord) abgeleitete Bezeichnung eines Tongeschlechts, das alle Tonarten umfasst, deren Tonleitersystem wie bei Dur aus 5 Ganztonschritten und 2 Halbtonschritten besteht. Diese befinden sich jedoch zwischen der 2. und 3. Stufe sowie zwischen der 5. und 6. Stufe. Diese Form der Moll-Tonleiter ohne Leitton auf der 7. Stufe wird als natürliches Moll bezeichnet. Durch Erhöhung der 7. Stufe im harmonischen Moll wird wieder ein Leitton hergestellt, gleichzeitig entsteht dadurch zwischen 6. und 7. Stufe ein übermäßiger Sekundschritt. Im melodischen Moll gleicht die zusätzliche Erhöhung der 6. Stufe diesen Tonschritt aus; beim Abwärtsgang werden jedoch beide Versetzungszeichen wieder aufgelöst (Auflösung). Jede Moll-Tonleiter besitzt einen Grundton, nach dem diese benannt ist (z. B. a-Moll, basierend auf dem Grundton A). Entsprechend werden Moll-Dreiklänge nach ihrem Grundton benannt, über den kleine Terz und reine Quinte geschichtet sind; diese namensgebenden Grundtöne werden mit Kleinbuchstaben gekennzeichnet. Die Dur-Moll-Tonalität bildete sich zu Beginn des musikalischen Barock heraus, wobei Moll-Klänge in der Affektenlehre als traurig oder dunkel charakterisiert wurden.
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