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LEXIKON

Mitterrand

[
mitəˈ
]
François, französischer Politiker, * 26. 10. 1916 Jarnac, Département Charente,  8. 1. 1996 Paris; Jurist und Verleger; nach der Flucht aus deutscher Gefangenschaft in der französischen Widerstandsbewegung, 1943 in der Exilregierung, Mitglied linksliberaler Gruppierungen, seit 1947 Minister verschiedener Ressorts (u. a. Innenminister, Justizminister), in den Präsidentschaftswahlen 1965 und 1974 Kandidat der Linksparteien. 19711981 war Mitterrand Erster Sekretär der neu formierten Sozialistischen Partei. 1981 wurde er zum Staatspräsidenten gewählt, 1988 wieder gewählt.
Standen zunächst gesellschaftliche Reformen im Mittelpunkt seiner Politik, verfolgte Mitterrand schon bald marktwirtschaftliche Zielsetzungen, um Arbeitslosigkeit und Inflation zu bekämpfen. Außenpolitisch betonte er die Souveränität Frankreichs mit der Fortführung der von C. de Gaulle begründeten Nuklearverteidigung. In seiner 2. Amtszeit (19881995) bemühte Mitterrand sich um die Beschleunigung der europäischen Integration, stand aber der deutschen Wiedervereinigung zunächst reserviert gegenüber. Mit der Realisierung mehrerer architektonischer Prestigeobjekte in Paris setzte er auch kulturpolitische Akzente. Mitterrand schrieb u. a. „Le coup détat permanent“ 1964; „La paille et le grain“ 1976; „Ici et maintenant“ 1980; „Über Deutschland“ 1996.
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