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LEXIKON

Minderwertigkeitsgefühl

in der Individualpsychologie verwendete Bezeichnung, die von A. Adler für das Gesamtgefühl der Unterlegenheit gebraucht wurde, das sich in den zwischenmenschlichen Beziehungen äußert. Nach Adler kann man menschliches Verhalten auf zwei Prinzipien zurückführen: 1. auf das Minderwertigkeitsgefühl, 2. auf das Bemühen des Menschen, dieses Minderwertigkeitsgefühl durch das Streben nach Macht auszugleichen (Kompensation oder auch Überkompensation). Das Minderwertigkeitsgefühl kann nach Adler genetisch (Gefühl der Hilflosigkeit des Kleinkindes gegenüber den Erwachsenen), organisch (körperliche Mängel) oder situationsbedingt (z. B. Misshandlungen des Kindes durch die Eltern) gesehen werden. Ein Minderwertigkeitskomplex entsteht, wenn das Gefühl der seelischen oder körperlichen Unzulänglichkeit übermächtig wird, von dem Betroffenen aber ins Unterbewusste verdrängt wird. Dadurch wird der normale Ablauf des Denkens und Handelns meist schwer gestört.
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