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LEXIKON

Migratin

Bevölkerungsgeographie
Wanderung
Sammelbezeichnung für Bevölkerungsbewegungen, die im Unterschied zur Mobilität immer mit einem Wohnungswechsel verbunden sind. Werden dabei Staatsgrenzen überschritten, spricht man von Auswanderung, bzw. Einwanderung; Wohnortwechsel innerhalb eines Landes heißen Binnenwanderung. Die Differenz von Zu- und Fortzügen (Wanderungsbilanz, Nettomigration) gibt neben den Geburten- und Sterberaten Auskunft über Bevölkerungszu- oder -abnahme eines bestimmten Gebiets. Die Migration führt aber nicht nur zur Veränderung der Bevölkerungszahl, sondern auch zur Verschiebung in der Bevölkerungsstruktur (Geschlechterproportion, Altersstruktur, Bildungsniveau u. a.).
Das wirtschaftliche Entwicklungsgefälle zwischen reichen und armen Ländern bei gleichzeitiger Globalisierung gilt als Hauptursache für die Zunahme der internationalen Migration in heutiger Zeit. Zu den Abwanderungsmotiven (Push-Faktoren) zählen neben ökonomischen Problemen auch Krieg, politische Verfolgung, fehlende Bildungschancen, private Situationen u. a.; Zuwanderungsgründe, wie z. B. eine bessere Situation auf dem Arbeitsmarkt, nennt man Pull-Faktoren.
Viele Einwanderungsländer (z. B. USA, Australien, Kanada) versuchen durch Einwanderungsquoten die Migration zu steuern. Demgegenüber stellt für Auswanderungsländer (z. B. Indien, Kasachstan) die Emigration hochqualifizierter, wissenschaftlich ausgebildeter Fachkräfte ein besonderes Problem dar.
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