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LEXIKON

maghrebnische Literatur

die überwiegend Französisch sprachige Literatur der Länder des Maghreb (Marokko, Algerien und Tunesien), weitgehend nach dem 2. Weltkrieg entstanden. Die von den Kolonialherren übernommene französische Schriftsprache steht jedoch in einem Spannungsverhältnis zu den mündlich überlieferten Traditionen der einheimischen Bevölkerung, die sich wegen des Fehlens einer gemeinsamen Muttersprache über arabische Dialekte und Berbersprachen verständigt. Die maghrebinische Literatur beschäftigt sich vor allem mit den unterschiedlichen Auswirkungen des westlichen Kolonialismus auf die maghrebinische Gesellschaft, darüber hinaus mit den Traditionen der islamischen Gesellschaft, die eine Weiterentwicklung z. T. behindern, anderseits dazu beitragen, eine gewisse Identität in diesen Gebieten entstehen zu lassen. Ein weiteres Thema der maghrebinischen Literatur sind die kulturellen Anpassungsprobleme der vielfach diskriminierten maghrebinischen Einwanderer in Frankreich. Zu den bedeutendsten Autoren Marokkos gehören D. Chraïbi (* 1926), M. Choukri (* 1926) und T. Ben Jelloun (* 1944), in Algerien M. Feraoun, M. Mammeri, M. Dib, K. Yacine, A. Djebar (* 1936) und R. Boudjedra, in Tunesien A. Memmi (* 1920) und A. Meddeb (* 1946).
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