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LEXIKON

Lymphocten

[Singular der Lymphocyt; griechisch]
Lymphzellen
eine Gruppe der weißen Blutkörperchen (Leukocyten), die zum Immunsystem gehören. Sie entstehen aus Stammzellen im Knochenmark und reifen teils hier (B-Lymphocyten), teils im Thymus (T-Lymphocyten). Lymphocyten zirkulieren in Blut und Lymphe und treten konzentriert in lymphatischen Organen wie den Lymphknoten und der Milz auf. Erst durch den Kontakt mit einem Antigen, z. B. einem Bakterium oder Virus, beginnen sie sich auf dieses Antigen zu spezialisieren und es gezielt zu bekämpfen. Sie ermöglichen damit eine spezifische Immunantwort. B-Lymphocyten bilden zielgerichtet Antikörper gegen das jeweilige Antigen. T-Lymphocyten differenzieren sich in verschiedene Subtypen: T-Helferzellen fördern die Vermehrung antikörperproduzierender Zellen und senden Botenstoffe aus, die T-Killerzellen auf den Plan rufen, die infizierte oder entartete Zellen zerstören und daher wichtig für die Bekämpfung innerzellulärer Krankheitserreger, z. B. Viren, sind. T-Suppressorzellen (T-Unterdrückerzellen) wiederum unterdrücken eine Immunantwort. Nach erfolgreicher Bekämpfung des Antigens bleiben langlebige Gedächtniszellen zurück, die bei erneutem Kontakt mit dem gleichen Antigen eine schnelle Immunantwort ermöglichen und das immunologische Gedächtnis eines Organismus darstellen. Das Verhältnis der verschiedenen Lymphocyten-Untergruppen zueinander gibt Hinweise auf Störungen des Immunsystems, Infektionen, Tumoren, Autoimmunkrankheiten und Abstoßungsreaktionen nach Transplantationen und kann im Rahmen von Blutuntersuchungen bestimmt werden.
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