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LEXIKON

Losey

[
ˈlu:si
]
Joseph Walton, US-amerikanischer Regisseur, * 14. 1. 1909 La Crosse,  22. 6. 1984 London; drehte Filme, die psychologische Probleme thematisieren: „Der Diener“ 1963; „Accident Zwischenfall in Oxford“ 1966;
  • Deutscher Titel: Der Mittler
  • Original-Titel: THE GO-BETWEEN
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1971
  • Regie: Joseph Losey
  • Drehbuch: Harold Pinter, nach einem Roman von L. P. Hartley
  • Kamera: Gerry Fisher
  • Schauspieler: Julie Christie, Alan Bates, Dominic Guard
  • Auszeichnungen: Goldene Palme Filmfestspiele Cannes 1971 für Film
Der »Mittler« ist ein zwölfjähriger Junge: Leo Colston (Dominic Guard) verbringt zu Beginn des Jahrhunderts seine Sommerferien bei seinem Schulfreund Marcus, dessen Familie einen alten Landsitz in Norfolk besitzt. Marcus', ältere Schwester Marian (Julie Christie) ist Lord Trimingham versprochen, unterhält aber ein Verhältnis mit einem benachbarten Farmer (Alan Bates). Leo, der sich ebenfalls in Marian verliebt hat, lässt sich als Botengänger zwischen den Liebenden einspannen die Ferien steuern für alle Beteiligten auf eine Tragödie zu.
»Der Mittler«, die dritte Zusammenarbeit von Regisseur und Drehbuchautor, erntet uneingeschränktes Lob. Losey setzt den Film mit einem auffälligen Perfektionismus in Szene, jedes Dekor, jede Geste wirkt ausgefeilt.
„Der Mittler“ 1971;
„Nora“ 1972; „Monsieur Klein“ 1976; „Don Giovanni“ 1979.
  • Deutscher Titel: Accident Zwischenfall in Oxford
  • Original-Titel: ACCIDENT
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1966
  • Regie: Joseph Losey
  • Drehbuch: Harold Pinter
  • Kamera: Gerry Fisher
  • Schauspieler: Dirk Bogarde, Stanley Baker, Jacqueline Sassard, Michael York
  • Auszeichnungen: Spezialpreis der Jury Filmfestspiele Cannes 1967 für Film
Ein junger Student, der auf dem Weg zu seinem Professor ist, kommt bei einem tragischen Autounfall ums Leben. Über ausgefeilte Rückblenden erfahren die Zuschauer, dass der Professor eine komplizierte Beziehung mit einer seiner Studentinnen unterhielt, die durch das tragische Ereignis ein unerwartetes Ende findet. Das spannungsgeladene Leben des gehobenen englischen Bürgertums in der altehrwürdigen Universitätsstadt Oxford wird von nun an für alle Beteiligten nicht mehr dasselbe sein, auch wenn sich der Professor entscheidet, in die scheinbare häusliche Idylle seiner Familie zurückzukehren.
Regisseur Joseph Losey schafft mit »Accident« ein meisterhaft konstruiertes Sittenbild des englischen Bildungsbürgertums. Das Drehbuch wurde von dem amerikanischen Dramatiker Harold Pinter geschrieben. Losey und Pinter arbeiteten bereits im Jahr 1963 in dem Film »Der Diener« sehr erfolgreich zusammen.
  • Deutscher Titel: Nora
  • Original-Titel: A DOLL„S HOUSE
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1972
  • Regie: Joseph Losey
  • Drehbuch: David Mercer, nach einem Bühnenstück von Henrik Ibsen
  • Kamera: Gerry Fisher
  • Schauspieler: Jane Fonda, David Warner, Trevor Howard
Der Film folgt dem Ibsen-Drama »Nora oder ein Puppenheim« und spielt in Norwegen Ende des 19. Jahrhunderts.
Um für ihren kranken Mann einen Kuraufenthalt bezahlen zu können, fälscht Nora (Jane Fonda) eine Unterschrift. Später steigt ihr Mann (David Warner) zum Bankdirektor auf: Ein früherer Gläubiger versucht Nora mit der alten Geschichte zu erpressen. Als ihr Mann hinter die Tat, die aus Liebe geschah, kommt, zeigt er kein Verständnis. Nora zieht Konsequenzen: Sie erkennt, dass sie bisher nur als Puppe und Besitzstück ihres Mannes gedient hat, und verlässt Mann und Kind.
Die Hauptdarstellerin macht zur selben Zeit vor allem durch ihr gesellschaftspolitisches Engagement gegen den Vietnamkrieg von sich reden.
Schon deshalb ist sie für Regisseur Losey die Idealbesetzung der Nora. Durch ihre starke Persönlichkeit verleiht sie dem Film eine deutlich-emanzipatorische Grundstimmung.
  • Deutscher Titel: Monsieur Klein
  • Original-Titel: MR. KLEIN
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1976
  • Regie: Joseph Losey
  • Drehbuch: Franco Solinas, Fernando Morandi
  • Kamera: Gerry Fisher
  • Schauspieler: Alain Delon, Jeanne Moreau, Suzanne Flon, Michel Lonsdale
  • Auszeichnungen: Césars 1977 für Film, Ausstattung und Regie
Thema dieses Films ist die Gleichgültigkeit: Regisseur Losey und Koproduzent Alain Delon werfen die Frage auf, wie sich die französische Zivilbevölkerung unter der deutschen Besatzungsmacht zur Vernichtung der Juden verhalten hat und lösen damit in Frankreich heftige Kontroversen aus.
Delon spielt den Kunsthändler Robert Klein, der von Beginn der Judenverfolgung an vom Elend der jüdischen Bevölkerung profitiert, indem er ihren Besitz günstig aufkauft. Doch dann wird er mit einem Juden gleichen Namens verwechselt. Die Suche nach dem geheimnisvollen Doppelgänger gerät zur Suche nach sich selbst, bis Klein schließlich die Identität des anderen annimmt und von den Nazis nach Auschwitz deportiert wird.
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