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LEXIKON

Lmes

Geschichte
bei den alten Römern ursprünglich der Grenzweg zwischen zwei Grundstücken; in der Kaiserzeit die durch Wehranlagen gesicherten Reichsgrenzen. Noch Augustus und Tiberius legten die Grenze so fest, dass sie durch Flüsse und Meere geschützt war. Erst Domitian begann 84 n. Chr. mit dem Bau künstlicher Grenzen in verschiedenen Teilen des Römischen Reichs. Am bekanntesten ist der 382 km lange obergermanische Limes, der als Grenze gegen die Germanen angelegt wurde. Er begann unterhalb von Rheinbrohl am Rhein gegenüber der Mündung des Vinxtbachs, führte über Westerwald und Taunus an der Wetterau entlang zum Main, von dort über den Odenwald zum Neckar und südwärts bis Lorch. An ihn schloss sich der 166 km lange rätische Limes an, der über die Fränkische Alb zur Donau führte und westlich von Kelheim endete. Der obergermanisch-rätische Limes wurde 2005 zum Weltkulturerbe erklärt.
Anfangs bestand der Limes nur aus in Sichtweite voneinander stehenden Beobachtungsstationen (Holztürmen); unter Hadrian wurde er zusätzlich durch einen durchgehenden Palisadenzaun, der in einem kleinen Graben stand, gesichert; an ihm entlang führte ein Fahrweg. Nach den ersten Alemanneneinfällen zu Beginn des 3. Jahrhunderts wurde die Palisade im Bereich des rätischen Limes durch eine etwa 1 m starke und 3 m hohe Steinmauer ersetzt. In Obergermanien wurde im 3. Jahrhundert hinter der Palisade ein Graben mit v-förmigem Querschnitt angelegt und das ausgehobene Erdreich zu einem Wall aufgeschüttet. Dieser Wall ist noch heute größtenteils im Gelände sichtbar.
Nur wenige Kilometer hinter dieser Linie waren Soldaten in Kastellen stationiert. Eines der bekanntesten, teilweise wieder aufgebauten Kastelle ist die Saalburg bei Bad Homburg vor der Höhe. Die Römer behaupteten den Limes in Obergermanien bis gegen 260, in Rätien bis gegen 400.
Weitere Limesanlagen gab es an verschiedenen Stellen links der Donau, zwischen Drau und Theiß und in der Dobrudscha. In Britannien waren der Antonius- und der Hadrianswall Limesanlagen. Letzterer überquerte England von der Nordsee bis zur Irischen See an seiner engsten Stelle. Er bestand aus einer 3,5 m hohen Mauer mit dahinter liegendem Graben, an dessen Rändern zusätzlich Wälle aufgeworfen waren. Im Orient gab es keine Limesanlagen. Der Limes in den afrikanischen Provinzen war keine einheitliche Linie, sondern ein System von Gräben mit Wall und Türmen, einzelnen Forts und einem nach strategischen Gesichtspunkten angelegten Straßennetz.
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