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LEXIKON

Lene

Sergio, italienischer Filmregisseur, * 3. 1. 1929 Rom;  30. 4. 1989 Rom; arbeitete seit 1939 als Regieassistent, ab 1960 als Regisseur. Leone führte besonders bei Western Regie, z. B. bei: „Für eine Handvoll Dollar“ 1964; „Für ein paar Dollar mehr“ 1965; „Spiel mir das Lied vom Tod“ 1968; „Es war einmal in Amerika“ 1984.
  • Deutscher Titel: Für eine Handvoll Dollar
  • Original-Titel: PER UN PUGNO DI DOLLARI
  • Land: Italien
  • Jahr: 1964
  • Regie: Sergio Leone
  • Drehbuch: Sergio Leone, Duccio Tessari, Victor A. Catena
  • Kamera: Massimo Dallamano
  • Schauspieler: Clint Eastwood, Gian Maria Volonté, Marianne Koch, José Calvo
Nach katastrophalen Testvorführungen läuft ohne jede Werbung in einem kleinen Kino in Florenz im August 1964 der Film an, mit dem der Siegeszug des »Italo-Westerns« beginnt. Sergio Leones Streifen »Für eine Handvoll Dollar« wird allein durch Mundpropaganda zum Überraschungshit in Europa und erobert bald darauf auch Amerika.
Die Story ist angelehnt an »Yoyimbo« (1961) von Akira Kurosawa: Der abgerissene Revolvermann Joe (Clint Eastwood) kommt nach San Miguel an der mexikanischen Grenze. Zwei verfeindete Familien herrschen über die Stadt: Die Schnapsbrennersippe der mexikanischen Rojo-Brüder und die amerikanischen Baxters, die mit Waffen handeln. Joe arbeitet für beide Parteien und hetzt sie weiter gegeneinander auf. Nach vielen Grausamkeiten hat er schließlich beide Gaunerfamilien getötet, weil sie »ungerecht« waren.
Einige italienische Western waren Leones Film vorausgegangen, aber keiner brach so radikal mit allen Regeln des klassischen Genres: In der Geschichte gibt es keine »sauberen« Vorbilder, keine schönen Landschaften und keine romantischen Momente. Stattdessen betritt ein neuer Heldentyp die Leinwand, der nur für sich kämpft und gewinnt, weil er noch härter als die Gegner ist. Eine heruntergekommene Szenerie in sonnenversengter Landschaft bildet die wenig idyllische Kulisse. Grelle Bild- und Toneffekte beschwören eine neue Atmosphäre herauf, die die todesverachtende Lässigkeit des Helden unterstreicht, durch die Clint Eastwood zum Idol einer ganzen Generation junger Kinogänger wird.
In den Folgejahren entstehen hunderte Italo-Western, doch nur wenige Regisseure können den neuen Mythos des alten Westerns so überzeugend vermitteln wie Leone mit diesem und zwei weiteren »Dollar«-Filmen: »Für ein paar Dollar mehr« (1965) und »Zwei glorreiche Halunken« (1966).
  • Deutscher Titel: Spiel mir das Lied vom Tod
  • Original-Titel: C„ERA UNA VOLTA IL WEST
  • Land: Italien
  • Jahr: 1968
  • Regie: Sergio Leone
  • Drehbuch: Sergio Donati, Sergio Leone
  • Kamera: Tonino Delli Colli
  • Schauspieler: Henry Fonda, Charles Bronson, Claudia Cardinale, Jason Robards
Sergio Leone inszeniert mit »Spiel mir das Lied vom Tod« sein Meisterwerk. In zahlreichen Ländern Europas wird der Film als »König der Western« gefeiert und avanciert schon bald zum Dauerbrenner und Kultfilm; in den USA verzeichnet der Italo-Westernklassiker nur mäßigen Erfolg.
Die schöne Jill (Claudia Cardinale), eine ehemalige Prostituierte, will nach der Heirat mit einem verwitweten Farmer ein neues Leben beginnen. Doch als sie auf der Farm ankommt, ist ihre neue Familie ermordet worden. Verantwortlich dafür ist ein Eisenbahnbauer, der im gnadenlosen Kampf um Grundbesitz für die Trasse den Killer Frank (Henry Fonda) und seine Bande auf den Farmer angesetzt hat.
Doch Jill kämpft weiter um das Land: Freunde findet sie in dem Gauner Cheyenne (Jason Robards) und in einem Fremden (Charles Bronson) dessen Motive zunächst rätselhaft sind. Schließlich sind die Feinde besiegt, nur Frank und der Fremde stehen sich gegenüber. Was die Zuschauer längst ahnen, wird zur Gewissheit: Frank hat, als sein Gegner ein kleiner Junge war, dessen Vater sadistisch ermordet und soll nun dafür büßen.
Wie schon in »Für eine Hand voll Dollar« (1964) gibt es bei Leone keine vorbildlichen Helden; die Hauptfiguren tragen abgerissene Kleider, kennen außer Rache und selbst gewählter Loyalität keine Moral auch Hollywood-Idol Henry Fonda legt als Killer sein aufrichtiges Rollenbild ab.
Neben den Darstellern und brillanten Bildern trägt die Musik Ennio Morricones zum Erfolg bei. Nachdem seine Kompositionen, die sich wie ein roter Faden durch den Film ziehen, auf Tonträgern erscheinen, nehmen viele Kinos den Film erneut ins Programm ein einzigartiger Siegeszug beginnt.
  • Deutscher Titel: Es war einmal in Amerika
  • Original-Titel: ONCE UPON A TIME IN AMERICA
  • Land: USA
  • Jahr: 1984
  • Regie: Sergio Leone
  • Drehbuch: Sergio Leone, Leonardo Benvenuti, Piero De Bernardi, Enrico Medioli, Franco Arcalli, Franco Ferrini, nach einem Roman von Harry Grey
  • Kamera: Tonino Delli Colli
  • Schauspieler: Robert De Niro, James Woods, Elizabeth McGovern, Larry Rapp, Tuesday Weld, William Forsythe, James Hayden, Joe Pesci
Sergio Leones über dreieinhalbstündiges Epos erzählt die Geschichte des Gangsters Noodles (Robert De Niro), der in den 20er Jahren mit kleinen Gaunereien seine »Karriere« startet. Mit drei Jugendlichen gründet er eine Bande, die Betrunkene überfällt und kleine Händler erpresst. Nach einem Mord kommt er ins Gefängnis; zehn Jahre später trifft er seinen Freund und Partner Max (James Woods) und die anderen Kumpel wieder. Max hat die Zeit der Prohibition gut genutzt und betreibt ein lukratives Geschäft mit geschmuggeltem Alkohol; auch verfügt er über beste Kontakte zum organisierten Verbrechen. Die Bande bereitet derzeit einen Überfall auf die Federal Reserve Bank vor. Bevor es dazu kommt, werden sie an die Polizei verraten. In der Zeitung liest Noodles, dass die Polizei drei der Gangster erschossen hat. Er flieht und ändert seine Identität.
35 Jahre später kehrt Noodles an den Ort des Geschehens zurück. Er stellt fest, dass sein Freund Max noch lebt und inzwischen zum Staatssekretär aufgestiegen ist.
Leone arbeitet mit einer komplizierten Erzählstruktur, die auf verschiedenen Handlungsebenen und in nicht leicht durchschaubaren, verschachtelten Rückblenden die Jahre 1922, 1933 und 1968 umfasst. Die opulenten, poetischen Bilder und die dichte Inszenierung lassen ein verklärtes Bild amerikanischer Geschichte entstehen.
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