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LEXIKON

Lenz, Siegfried: Deutschstunde

  • Erscheinungsjahr: 1968
  • Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
  • Verfasser:
    Lenz
    , Siegfried
  • Deutscher Titel: Deutschstunde
  • Genre: Roman
Der deutsche Erzähler, Essayist, Dramatiker und Hörspielautor Siegfried Lenz (* 1926) behandelt in dem Roman »Deutschstunde«, erschienen beim Verlag Hoffmann und Campe in Hamburg, das Problem von Pflichterfüllung im Dienste der Macht, das den Nationalsozialismus möglich machte. Siggi Jepsen, Insasse einer Jugendstrafanstalt, wird von seinem Deutschlehrer gezwungen, einen Aufsatz zum Thema »Die Freuden der Pflicht« zu verfassen. Siggi erzählt die Auseinandersetzung, die sein Vater, der nördlichste Polizeiposten Deutschlands im Dritten Reich, mit einem »entarteten« Maler hatte. Vater Jepsen, ein Mann der Pflicht, handelt nach der Devise »Du brauchst nicht mehr zu verstehen, als du gesagt bekommst« und verkündet seinem Jugendfreund, dem Maler Nansen, das über ihn verhängte Berufsverbot. Der kleine Siggi wird als Spitzel eingesetzt, um das Berufsverbot zu überwachen, wird aber bald der Verbündete des Malers und verbirgt dessen Bilder in einer verlassenen Mühle. Als Siggis Bruder Klaas 1944 desertiert, versteckt er sich bei dem Maler. Bei einem Tieffliegerangriff im Moor wird Klaas schwer verwundet und ins Elternhaus gebracht. In sklavischer Pflichterfüllung liefert Vater Jepsen den Deserteur Klaas den Henkern aus. Nach Kriegsende behält Jepsen seinen Posten. Er trägt lediglich eine andere Uniform, will jedoch weiter Bilder des früher verfemten Nansen vernichten. Siggi seinerseits entwickelt einen pathologischen Drang zu ihrer Rettung, stiehlt Gemälde und versteckt sie. Dies führt zur Einweisung in die Besserungsanstalt.
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