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LEXIKON

Kurfürsten

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Beginn des Kurfürstenkollegs
Beginn des Kurfürstenkollegs
Der Sachsenspiegel regelt 1221/24 die deutsche Reihenfolge der Stimmvergabe bei der Königswahl - die er voreilig als Kaiserwahl bezeichnet - und stellt die späteren Kurfürsten heraus:

Die aber zuerst bei der Wahl genannt sind, sollen nicht nach ihrem Mutwillen wählen, sondern wen alls Fürsten zum König erwählen, den sollen sie zuerst namentlich wählen ...

Einen lahmen und aussätzigen Mann noch einen, der mit Recht in des Papstes Bann gekommen ist, darf man nicht zum König wählen ...
Wenn aber die Deutschen einen König wählen und er zur Weihe nach Rom zieht, so sind die sechs Fürsten, die bei der Wahl des Reiches die ersten sind, verpflichtet, mit ihm zu fahren ..., damit dem Papst des Königs rechtmäßige Wahl bezeugt werde. "
im Hl. Römischen Reich seit dem 13. Jahrhundert die zur Königswahl berechtigten Fürsten; nach dem Sachsenspiegel um 1250 die Erzbischöfe von Trier, Mainz und Köln, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg, später auch der König von Böhmen. Sie wurden im Lauf der Zeit zu Gegenspielern des Königtums, indem sie die Wahl zu eigenem Vorteil ausnutzten und ihnen genehme Könige wählten. Der Grundsatz der Mehrheitswahl ging 1356 in die Goldene Bulle über. Aus besonderen Anlässen schlossen sich die Kurfürsten zu einem Kurverein zusammen, und auf Reichstagen bildeten sie die erste Kurie. Böhmen schied seit den Hussitenkriegen bis 1708 aus, die Rheinpfalz verlor 1623 das Kurrecht an Bayern, bekam aber 1648 eine 8. Kurstimme, die 1777 wieder mit der bayerischen vereinigt wurde. 1692 wurde der Herzog von Braunschweig-Lüneburg Kurfürst von Hannover. Durch den Reichsdeputationshauptschluss wurde die Kur von Mainz auf Regensburg übertragen. Für die an Frankreich abgetretenen Kurfürstentümer Köln und Trier wurden 4 neue geschaffen: Württemberg, Baden, Hessen-Kassel und Salzburg (stattdessen seit 1805 Würzburg). Durch den Rheinbund wurde das Kurkolleg aufgelöst, nur Hessen-Kassel behielt den Titel (Kurhessen) bis 1866.
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