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LEXIKON

Kunstpsychologie

Teildisziplin der Psychologie, aber auch der Kunstwissenschaft, die die psychologischen Aspekte bei der Entstehung eines Kunstwerks (künstlerischer Schaffensprozess, „Künstlerpersönlichkeit“) sowie seiner Wirkung und Interpretation („Kunstrezeption“) untersucht. Die Kunstpsychologie entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Entstehung einer allgemeinen Kunstwissenschaft. Sie wandte Untersuchungsmethoden der psychologischen Physiologie (W. Wundt, T. Ziehen u. a.) und der Gestalt- und Ganzheitspsychologie an. Seit den 1930er Jahren machte sich, namentlich im angloamerikanischen Raum (z. B. E. H. Gombrich, H. Read), der Einfluss der Psychoanalyse S. Freuds und der Archetypenlehre C. G. Jungs geltend.
Spezielle Aufmerksamkeit widmet die Kunstpsychologie hauptsächlich der Untersuchung der emotionalen Wirkung von Farbe, Form und Licht, der Raumgestaltung und -erfahrung, der Spannungsmomente (Anordnung senkrechter, waagerechter oder schräger Elemente im Bild) sowie den Ausdruckswerten formaler Strukturen.
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