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LEXIKON

Kritik an Otto III.

Kritik an Otto III.
Ein deutscher Chronist fällt ein vernichtendes Urteil über Kaiser Otto III. und seine Politik:

Denn da ihm Rom allein gefiel und er das römische Volk vor allen anderen durch Geldgeschenke und Ehren auszeichnete, wollte er für immer in Rom verweilen und in kindlichem Spiele die Stadt zu ihrem alten Glanz und Ruhm erheben. Du brauchst nicht lange nach einem hierfür passenden Worte der Bibel zu suchen, schon beim Psalmisten findest du: Eitel ist der Menschen Sinnen. Dies war die Sünde des Königs: Das Land seiner Geburt, das liebe Deutschland, wollte er nicht einmal mehr sehen, so groß war seine Sehnsucht, in Italien zu bleiben, wo in tausend Mühen, tausend Todesgefahren schreckliches Unheil gewappnet heranstürmt ... Der gute Kaiser befand sich nicht auf dem rechten Wege, als er die gewaltigen Mauern des übergroßen Roma zu stürzen dachte; denn wenn auch deren Bürger seine Wohltaten nur mit Bösem vergolten hatten, so war doch Rom der von Gott den Aposteln gegebene Sitz.

Und selbst da brach die Liebe zu seinem Geburtslande, dem Sehnsucht weckenden Deutschland, nicht in ihm durch; das Land des Romulus, vom Blute seiner lieben Getreuen durchtränkt, gefiel in seiner buhlerischen Schönheit dem Kaiser immer noch mehr. ... Wie ein alter Heidenkönig, der sich in seinem Eigenwillen verkrampft, mühte er sich zwecklos ab, den erstorbenen Glanz des altersmorschen Rom aufs Neue zu beleben"
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