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LEXIKON

Kramer

[
ˈkrɛimə
]
Stanley, US-amerikanischer Filmproduzent, * 29. 9. 1913 New York,  19. 2. 2001 Los Angeles; begann seine Karriere als unabhängiger Produzent von „Zwölf Uhr mittags“ 1952; verfilmte als Regisseur sozialkritische und politisch brisante Themen; entdeckte zahlreiche Schauspieler, u. a. G. Kelly, M. Brando und K. Douglas; Filme: „Die Caine war ihr Schicksal“ 1954; Regie in „Das letzte Ufer“ 1959: „Das Urteil von Nürnberg“ 1961; „Das Narrenschiff“ 1965; „Denk bloß nicht, dass wir heulen“ 1971; „Das Domino-Komplott“ 1976; „The Runner Stumbles“ 1979.
  • Deutscher Titel: Zwölf Uhr mittags
  • Original-Titel: HIGH NOON
  • Land: USA
  • Jahr: 1952
  • Regie: Fred Zinnemann
  • Drehbuch: Carl Foreman
  • Kamera: Floyd Crosby
  • Schauspieler: Gary Cooper, Grace Kelly, Thomas Mitchell
  • Auszeichnungen: Golden Globe 1952 für Hauptdarsteller (G. Cooper), Oscar 1953 für Hauptdarsteller, New York Filmkritik 1952 für Film
Der Western »Zwölf Uhr mittags« ist schon beim Filmstart im Juli 1952 gut besucht und schlägt alle bisherigen Erfolge dieses Genres.
Sheriff Will Kane (Gary Cooper) will sein Amt nach der Hochzeit mit Amy (Grace Kelly) aufgeben. An dem Tag soll jedoch der Gangster Frank Miller in seine Stadt kommen, den Kane einst ins Gefängnis brachte. Kane flieht nicht vor Millers Rache und wartet auf den Zug, der ihn bringen soll. Amy droht, Kane zu verlassen, wenn er bleibt, und auch die Bürger der Stadt verweigern ihm die Hilfe. Als Miller um zwölf Uhr die Stadt betritt, stellt sich Kane dem Kampf und siegt. Er wirft seinen Mitbürgern den Sheriffstern vor die Füße und verlässt die Stadt.
Zinnemanns Film intensiviert das Geschehen durch die Einheit von Erzählzeit und erzählter Zeit: Beide betragen 90 Minuten. »Zwölf Uhr mittags« wird zum Kultwestern. Gary Cooper verkörpert den neuen Typ des Western-Helden, der an seinem Auftrag zweifelt, zuletzt aber die Gerechtigkeit schützt.
  • Deutscher Titel: Die Caine war ihr Schicksal
  • Original-Titel: THE CAINE MUTINY
  • Land: USA
  • Jahr: 1954
  • Regie: Edward Dmytryk
  • Drehbuch: Stanley Roberts
  • Kamera: Ray Cory
  • Schauspieler: Humphrey Bogart, José Ferrer, Van Johnson, Fred MacMurray
Edward Dmytryks »Die Caine war ihr Schicksal« wird wegen der hervorragenden schauspielerischen Leistungen allen voran Humphrey Bogart gelobt.
Kapitän Queeg (Humphrey Bogart) wird 1943 Kommandant des Zerstörers »Caine«. Bald fällt er durch sein hysterisches Verhalten in kritischen Situationen auf. Lieutenant Keefer (Fred MacMurray) setzt das Gerücht in Umlauf, daß Queeg paranoid sei. Während eines Taifuns entheben der leitende Offizier Maryk (Van Johnson) und Keefer den Kapitän wegen Unfähigkeit seines Amtes. Später kommt es zum Kriegsgerichtsprozess gegen Maryk, in dem die Beteiligten ihr wahres Gesicht zeigen: Der opportunistische Keefer sagt gegen Maryk aus. Als Queeg in den Zeugenstand tritt, verwandelt er sich in ein stammelndes Wrack. Maryk wird freigesprochen, als wahrer Urheber der Meuterei wird Keefer von seinen Kameraden geächtet.
  • Deutscher Titel: Das Narrenschiff
  • Original-Titel: SHIP OF FOOLS
  • Land: USA
  • Jahr: 1965
  • Regie: Stanley Kramer
  • Drehbuch: Abby Mann
  • Kamera: Ernest Laszlo
  • Schauspieler: Vivien Leigh, Lee Marvin, Simone Signoret, José Ferrer, Oskar Werner
Anfang der 30er Jahre treffen Menschen unterschiedlicher Nationalität auf einer Schiffsreise von Vera Cruz nach Bremerhaven zusammen. In den Charakteren und den persönlichen Konflikten der Beteiligten spiegeln sich gesellschaftliche Irrwege am Vorabend des Dritten Reichs.
Wie schon in »Urteil von Nürnberg« (1961) widmet sich das Team um Abby Mann und Stanley Kramer den Hintergründen des Nationalsozialismus. Doch die Methode, dessen Vorbedingungen am Beispiel törichter Verfehlungen von einzelnen zu beleuchten, wird von der Kritik als zu flach abgelehnt. Der Film bleibt eine Sammlung interessanter Charakterstudien mit großen Darstellern, darunter Vivien Leigh in ihrer letzten Rolle.
Kramer ist einer der wenigen Hollywood-Regisseure, der sich immer wieder an schwierige Themen und Stoffe wagt. Mit »Flucht in Ketten« (1958) hatte er als einer der ersten die Rassendiskriminierung in den USA filmisch aufgegriffen. In »Urteil von Nürnberg« setzt er sich mit der NS-Zeit auseinander. Da er dem Diktat Hollywoods folgend dem finanziellen Erfolg der Filme Priorität einräumt, arbeitet er seine Studien nicht so aus, wie es Kritiker erwarten. Sein Verdienst ist es aber, schwierige soziale Themen spannend umzusetzen und so Sensibilitäten zu schaffen, die Produkte aus Hollywood üblicherweise vernachlässigen.
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