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LEXIKON

Klezmer

[ˈklɛz-; die oder der; Plural Klezmorim; hebräisch, jiddisch]
traditionelle jüdische Instrumentalmusik, besonders Klarinettenmusik; auch der Musiker, der eine Klezmer spielt.
Klezmer fand seinen Ursprung im 18. Jahrhundert in den jiddisch-sprachigen Gemeinden Osteuropas. Die Musik vereint Elemente der osteuropäischen Volksmusik (Polka, Doina) mit chassidischer Musik und jüdischen Volksliedern, deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. Die meist rein instrumentalen Stücke wurden von Berufsmusikern bei fröhlichen Anlässen (z. B. Hochzeiten) vorgetragen. Mit den Auswanderungswellen 18811924 fand die Klezmer-Musik in den USA zunächst große Verbreitung. Durch die gesellschaftlichen und kulturellen Einflüsse in Amerika sowie durch die Auswirkungen von Nationalsozialismus und Stalinismus in Osteuropa verlor die Musik an Bedeutung; historische Aufarbeitung und ein gestiegenes Interesse an Weltmusik führte ab den 1970er Jahren zu einem Wiederaufleben. Führende Interpreten u. a. die Klarinettisten Naftule Brandwein, Dave Tarras, Joel Rubin, Giora Feidman.
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