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LEXIKON

Kinderkreuzzug

Kinderkreuzzug
In den Annales Marbacenses wird der Kinderkreuzzug von 1212 als sinnlos verurteilt:

"... (Es) wurde eine alberne Heerfahrt unternommen von Kindern und törichten Leuten, die ohne eigene Überlegung das Zeichen des Kreuzes annahmen, mehr aus Vorwitz als ihres Heiles wegen.
Es zogen Kinder beiderlei Geschlechts, ... nicht nur kleinere, sondern auch Erwachsene, Verheiratete und Jungfrauen mit leerem Geldsack sowohl durch ganz Deutschland als auch durch Teile von Gallien.
Und von Eltern und Freunden ließen sie sich nicht abhalten, mit allem Eifer diese Heerfahrt zu machen, so sehr, dass sie hier und dort in Dörfern und auf dem Felde mit Zurücklassung ihres Arbeitsgerätes, und dessen, was sie gerade unter den Händen hatten, den Vorbeiziehenden sich anschlossen.
Den Geistlichen aber und anderen vernünftigeren Sinnes, welche widersprachen und diesen Zug für eitel und unnütz erklärten, leisteten die Laien heftigen Widerstand ... [Diese törichte Menge] zerstreute sich, in Italien angekommen, in größere und kleinere Städte, und viele wurden von den Bewohnern des Landes als Knechte und Mägde zurückbehalten. Andere sollen ans Meer gekommen sein, wo sie von Schiffern und Seeleuten getäuscht nach entlegenen Weltgegenden übergefahren wurden."
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