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LEXIKON

Karl I. von Anjou

König von Neapel-Sizilien 12651285, * 1226,  7. 1. 1285 Fòggia; französischer Königssohn, vom Papst 1265 mit Neapel und Sizilien belehnt, räumte durch Scheingericht und Enthauptung den letzten Staufer, Konradin, aus dem Weg.
Der Tod Konradins
Der Tod Konradins
Karl I. von Anjou sichert mit der Hinrichtung des Staufers Konradin 1268 (im folgenden Konrad genannt) seine Herrschaft über Unteritalien und Sizilien:

Im Jahre des Herrn 1268 kam es in Italien zwischen König Konrad und König Karl zu einem großen Kriege. Auf jeder Seite kamen mehr als sechstausend Menschen ums Leben. Papst Klemens ließ in Italien das Kreuz gegen König Konrad und gegen Rom und andere lombardische und toskanische Städte predigen, die ihm (Konrad) anhingen... Konrad, der König des heiligen Landes, der auch Herzog von Schwaben war, geriet in Apulien in Gefangenschaft, als er das Königreich Sizilien als sein väterliches Erbe mit bewaffneter Hand an sich bringen wollte. Gemeinsam mit dem Herzog Friedrich von Steiermark, dem Grafen von Pisa und einer Anzahl anderer überlieferte ihn der Franzose König Karl einem vorzeitigen Tode, indem er ihnen wie Straßenräubern das Haupt abschlagen ließ. Vorher legten sie mehrfach einem Bruder vom Minoritenorden die Beichte ab, hörten die Messe und empfingen das Abendmahl. Als dann die Sterbegebete für sie gesprochen waren, sprach Konrad selbst zu dem Henker: Ich vergebe dir, dass du mich tötest, dann warf er sich dreimal lang ausgestreckt in Kreuzform zur Erde und wurde dann zusammen mit den angeführten Edelleuten enthauptet. Es scheint so, dass die dortigen Völker mehr darüber klagen und Schmerz empfinden als die Deutschen."

Wegen seiner Härte kam es zur Sizilianischen Vesper (1282), durch die er aus Sizilien vertrieben wurde.
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