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LEXIKON

Kaiser versagt gegen die Normannen

Kaiser versagt gegen die Normannen
In den Annalen von Vaast wird das schmähliche Versagen Kaiser Karls III. gegen die Normannen vor Paris beschrieben (886/887):

Der Kaiser aber kam mit seinem Heere zu dem Lager der Normannen ... Er [sandte] Wachmannschaften nach der Stadt und ließ das Heer über den Fluss setzen. Und da der Winter bevorstand, begannen alsbald von beiden Seiten Gesandte hin- und herzugehen, dass der Kaiser mit den Dänen Frieden machen möchte. Und es wurde ein wahrhaft erbärmlicher Entschluss gefasst. Denn nicht nur wurde ihnen für die Stadt eine Loskaufsumme versprochen und gegeben, sondern auch ohne irgendeine Behinderung freier Weg gelassen, um im Winter Burgund zu plündern. Nachdem der Kaiser noch für diese Stadt den Askrich zum Bischof bestimmt und dem Grafen Odo das Gebiet seines Vaters Rothbert gegeben hatte, brach er mit seinem Heere auf und eilte, dahin zurückzukehren, von wo er gekommen war. Im Kloster des heiligen Medardus zu Soissons verteilte er das Land unter die Franken. Und noch hatte er diesen Ort nicht wieder verlassen, als der oben erwähnte König Sigfried [Dänen- oder Normannenkönig] in die Oise eindrang und zu Lande und zu Wasser mit den Seinigen hinter ihm herziehend, alles mit Feuer und Schwert verwüstete. Als dies der Kaiser erfuhr, - und das Feuer brachte ihm sichere Kunde - kehrte er schleunigst in sein Land zurück. Darauf zerstörte Sigfried durch Feuer die hochberühmte Kirche des heiligen Medardus, die Klöster, Dörfer und königlichen Pfalzen, wobei die Einwohner des Landes getötet oder als Gefangene fortgeschleppt wurden ... Als die Ostfranken sahen, dass die Kräfte des Kaisers zur Regierung des Reiches ungenügend waren, verdrängten sie ihn aus der Herrschaft und setzten seinen Neffen Arnulf, den Sohn Karlmanns, auf den königlichen Thron."

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