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LEXIKON

Jünger

Jünger, Ernst
Ernst Jünger
Ernst, deutscher Schriftsteller, * 29. 3. 1895 Heidelberg,  17. 2. 1998 Riedlingen, Württemberg; Bruder von Friedrich G. Jünger; ging als Schüler zur Fremdenlegion, Kriegsfreiwilliger im 1. Weltkrieg, ab 1925 freier Schriftsteller.
Jüngers frühe Werke wie der Romanerstling „In Stahlgewittern“ (1920) oder der Essay „Der Kampf als inneres Erlebnis“ (1922) spiegeln seine Erfahrungen des 1.Weltkriegs wider; Jünger entwickelt hierin zunächst eine literarästhetische Haltung, die den heldisch kämpfenden Einzelgänger und seine stoische Verfassung im Angesicht von Kampf und Tod rühmen. Es folgen kulturtheoretische Reflexionen, die die Stellung des Menschen im technischen Zeitalter beschreiben.
  • Erscheinungsjahr: 1920
  • Veröffentlicht: Deutsches Reich
  • Verfasser:
    Jünger
    , Ernst
  • Deutscher Titel: In Stahlgewittern. Aus dem Tagebuch eines Stoßtruppführers
  • Genre: Kriegstagebuch
Im Selbstverlag in Hannover veröffentlicht Ernst Jünger (* 1895) seine erste Buchpublikation, das umstrittene Kriegstagebuch »In Stahlgewittern. Aus dem Tagebuch eines Stoßtruppführers«. Das Werk schildert nüchtern und trocken Ereignisse an der Westfront während des Ersten Weltkriegs Fragen nach politischen Hintergründen oder nach dem Sinn des Krieges werden nicht aufgeworfen. Am Schluss stellt der Autor fest: »In diesem Kriege, in dem bereits mehr Räume als einzelne Menschen unter Feuer genommen wurden, hatte ich es immerhin erreicht, dass elf von diesen Geschossen auf mich persönlich abgegeben wurden.«
Aufgrund seiner Ablehnung bürgerlicher Ethik und der modernen Gesellschaft sahen die Nationalsozialisten in Jünger einen literarischen Erzieher des Volkes; dieser schloss sich den NS-Machthabern jedoch wegen ästhetischer Vorbehalte nicht an. Nach dem 2. Weltkrieg verfasste Jünger zunehmend symbolische und utopische Werke sowie Reiseberichte und Tagebücher. Sein Werk, in dem er den Rückzug in einen antibürgerlichen und elitären Ästhetizismus vertritt, ist besonders im deutschsprachigen Raum bis heute umstritten. In Frankreich vielfach ausgezeichnet, erhielt Jünger gegen z. T. heftige Proteste 1982 den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main. Weitere Romane: „Auf den Marmorklippen“ 1939; „Heliopolis“ (utopischer Roman) 1949; „Gläserne Bienen“ 1957; „Eine gefährliche Begegnung“ 1985. Essays: „Das abenteuerliche Herz“ 1929 und 1938; „Der Arbeiter“ 1932; „Blätter und Steine“ 1934; „Der gordische Knoten“ 1953; „An der Zeitmauer“ 1959; „Annäherungen. Drogen und Rausch“ 1970; Tagebücher: „Atlantische Fahrt“ 1947; „Strahlungen“ 19391948; „Siebzig verweht“ 5 Bde. 19801997. Sämtliche Werke, 18 Bde. 19781982.
  • Erscheinungsjahr: 1939
  • Veröffentlicht: Deutsches Reich
  • Verfasser:
    Jünger
    , Ernst
  • Deutscher Titel: Auf den Marmorklippen
  • Genre: Roman
Während die Kriegstagebücher und »heroischen« Essays von Ernst Jünger (* 1895) im Dritten Reich ständig neu aufgelegt werden, legt der Autor mit »Auf den Marmorklippen«, erschienen in der Hanseatischen Verlags-Anstalt in Hamburg, einen Roman vor, der kritische Parallelen zur nationalsozialistischen Schreckensherrschaft aufweist und von den NS-Machthabern heftig angegriffen wird. Zwei Brüder beobachten in vornehm-distanzierter Zurückgezogenheit das Treiben der Welt. Räuberbanden, zu denen sie in ihrer Jugend selbst gehörten, breiten ihre Macht aus. Die Brüder verachten zwar diese pöbelhaften Machthaber, verweigern jedoch jeden Widerstand und ziehen sich in ihre »Rautenklause« zurück, wo sie die Formen der Sprache und der Pflanzen studieren und so den Geheimnissen des Weltzusammenhangs auf die Spur zu kommen glauben.
  • Erscheinungsjahr: 1949
  • Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
  • Verfasser:
    Jünger
    , Ernst
  • Deutscher Titel: Heliopolis
  • Genre: Roman
Der utopische Roman »Heliopolis, Rückblick auf eine Stadt« von Ernst Jünger (* 1895), erschienen im Verlag Heliopolis in Tübingen, ist die Beschreibung einer Welt- und Residenzstadt der Zukunft, die als Rahmen für die Erörterung von Grundfragen der menschlichen Existenz dient: Gewalt, Widerstand, Freiheit, Wissen, Macht und Liebe.
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