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LEXIKON

Jeanne dArc

[ʒan ˈdark]
Jungfrau von Orléans; Heilige Johanna; La Pucelle
Jeanne d'Arc
Jeanne d'Arc
französische Nationalheldin, * um 1412 Domrémy (-la-Pucelle, an der oberen Maas),  30. 5. 1431 Rouen; gegen Ende des Hundertjährigen Krieges fühlte sich die aus einer wohlhabenden Bauernfamilie stammende Jeanne durch „göttliche Stimmen“ berufen, die Rettung Frankreichs in die Hand zu nehmen. Unter ihrem Einfluss vermochte das französische Heer 1429 die englische Belagerung von Orléans aufzuheben. Nach dem Sieg über die Engländer bei Patay konnte Karl VII. in Reims zum französischen König gekrönt werden. 1430 nahmen die Burgunder, die Verbündeten der Engländer, Jeanne gefangen und lieferten sie für eine hohe Geldsumme an England aus. Vom französischen Hof im Stich gelassen, wurde sie in einem Prozess in Rouen unter Leitung des Bischofs von Beauvais wegen Hexerei und Ketzerei verurteilt und verbrannt. Ein Revisionsprozess hob das Urteil 1456 auf. 1909 erfolgte die Selig-, 1920 die Heiligsprechung (Fest: 30. 5.).
Literarisch behandelt wurde der Stoff in Form zeitgenössischer Preisgedichte; dann u. a. von F. Villon (1461); F. H. dAubignac (1642); Voltaire (1759); Schiller („Die Jungfrau von Orléans“, uraufgeführt am 11. 9. 1801 Leipzig); A. Dumas (1842); G. B. Shaw („Saint Joan“ 1924); P. Claudel („Johanna auf dem Scheiterhaufen“ 1939, von A. Honegger vertont); M. Mell (1956); J. Anouilh („LAlouette“ 1953); B. Brecht („Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ 1932); A. Seghers (1952); M. Anderson (1946). Oper: G. Verdi („Giovanna dArco“ 1845).
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