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LEXIKON

Jaspers

Jaspers, Karl
Karl Jaspers
Karl, deutscher Psychiater und Philosoph, * 23. 2. 1883 Oldenburg,  26. 2. 1969 Basel; neben M. Heidegger der wichtigste Vertreter der deutschen Existenzphilosophie, von Bedeutung auch für den französischen Existenzialismus. 1913 Privatdozent in Heidelberg, 19211937 und 19451948 Professor in Heidelberg, 19481964 in Basel.
Als Philosoph war Jaspers betont „unakademisch“. Bestimmend war für ihn außer dem Studium der großen Philosophen die Bekanntschaft mit M. Weber. 1932 erschien seine „Philosophie“ 3 Bände, eines der Hauptwerke der deutschen Existenzphilosophie. Unterschied und gegenseitige Beziehung von Wissenschaft und Philosophie wurden in Anknüpfung vor allem an Kant und Kierkegaard neu erfasst: Weltorientierung vollzieht sich am Leitfaden der wissenschaftlichen Methoden, ist jedoch stets unabgeschlossen und nicht im Stande, etwas über den Sinn des Lebens auszusagen. Philosophisches Denken ermöglicht demgegenüber das Ergreifen der eigenen Existenz in ihrem Ursprung, wodurch auch die Wissenschaft ihren Sinn erhält; diese Existenzerhellung vermittelt keine logisch zwingenden Erkenntnisse, sie führt jedoch über die Erfahrung von Grenzsituationen (Tod, Leiden, Schuld) zu einer Gewissheit des Seins, das in den Chiffren des Weltdaseins sich offenbart, und damit zum philosophischen Glauben an die Existenz Gottes („Der philosophische Glaube“ 1948).
Weitere Werke: „Allgemeine Psychopathologie“ 1913; „Nietzsche“ 1936; „Descartes“ 1937; „Existenzphilosophie“ 1938; „Philosophische Logik“, 1. Teil: „Von der Wahrheit“ 1947; „Vom Ursprung und Ziel der Geschichte“ 1949; „Schelling“ 1955; „Die großen Philosophen“ Band 1 1957; „Die Atombombe und die Zukunft der Menschheit“ 1958; „Wohin treibt die Bundesrepublik?“ 1966; „Schicksal und Wille. Autobiografische Schriften“ 1967; „Provokationen“ 1968; „Chiffren der Transzendenz“ (postum) 1970.
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