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LEXIKON

Jarre

Maurice, französischer Komponist, * 13. 9. 1924 Lyon,  29. 3. 2009 Los Angeles; Schüler von Arthur Honegger, schrieb Ballette und Orchesterwerke; wurde 1962 mit der Filmmusik zu „Lawrence von Arabien“ bekannt, die eine Oscar-Auszeichnung erhielt; komponierte danach über 150 Filmmusiken, u. a. für „Doktor Schiwago“ 1965, „Reise nach Indien“ 1984, „Mr. Jones“ 1993 und „Ich träumte von Afrika“ 2000.
  • Deutscher Titel: Lawrence von Arabien
  • Original-Titel: LAWRENCE OF ARABIA
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1962
  • Regie: David Lean
  • Drehbuch: Robert Bolt, nach der Autobiografie von T. E. Lawrence
  • Kamera: Freddie Young
  • Schauspieler: Peter O„Toole, Omar Sharif, Anthony Quinn, Alec Guinness
  • Auszeichnungen: Oscars 1963 für Film, Regie, Kamera, Musik, Ausstattung, Ton, Schnitt; British Academy Award 1962 für Film, Hauptdarsteller (Peter O„Toole)
David Lean stellt mit »Lawrence von Arabien« einen Monumentalfilm vor, der ein riesiger Kassenerfolg wird.
Der britische Offizier T. E. Lawrence (Peter O„Toole) ist im Ersten Weltkrieg in Ägypten stationiert und wird nach einem misslungenen Wüstentransport von dem eigensinnigen arabischen Stammesführer
El
Sherif (Omar Sharif) aufgenommen. Lawrence vereint die Stämme in einem erfolgreichen Aufstand gegen die Türken.
Lean kombiniert in dem optischen Meisterwerk einzigartige Farbaufnahmen aus der Wüste mit intensiven Studien einer Männerfreundschaft. Die unbekannten Schauspieler O„Toole und Sharif werden damit weltweit bekannt.
Kritiker bemängeln die Glorifizierung des Helden in der Geschichte, welche ihrer Meinung nach die historische Problematik außer Acht lässt. Als künstlerisches Epos findet der Film, der Ende der 80er Jahre als Remake von Robert Harris und Jim Painten in die Kinos kommt, breite Anerkennung.
  • Deutscher Titel: Doktor Schiwago
  • Original-Titel: DOCTOR ZHIVAGO
  • Land: USA
  • Jahr: 1965
  • Regie: David Lean
  • Drehbuch: Robert Bolt, nach einem Roman von Boris Pasternak
  • Kamera: Freddie Young
  • Schauspieler: Omar Sharif, Geraldine Chaplin, Julie Christie, Rod Steiger, Alec Guinness
  • Auszeichnungen: Oscars 1966 für Drehbuch, Kamera, Ausstattung, Kostüme, Musik
In New York präsentiert David Lean am 22. 12. 1965 die weltberühmte Geschichte des »Doktor
Shiva
go«. Der über dreistündige Film wird zu einem der unsterblichen Publikumserfolge.
Im
Russland
vor der Revolution kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung zwischen dem verheirateten Mediziner
Juri
j Schiwago (Omar Sharif) und der jungen Lara (Julie Christie). Die Wirren der Oktoberrevolution führen beide als Liebende zusammen und trennen sie wieder. Ein gemeinsamer Winter ist der Höhepunkt in beider Leben, dann muss Lara vor den Revolutionären fliehen. Sie sehen sich vor
Juri
js Tod nicht wieder.
Kinozuschauer in aller Welt nehmen bewegt an dem Schicksal der beiden Anteil, nur in
Russland
sind Roman und Film verboten. Lean bestätigt mit farbenprächtigen Aufnahmen und sicherem Stil seinen Ruf als Meister großen Gefühlskinos. 30 Jahre umfasst die Handlung dieses Films, in dem Pasternaks wehmütige, aber nicht verklärende Vision vom »guten
Russland
« seine visuelle Entsprechung findet.
  • Deutscher Titel: Reise nach Indien
  • Original-Titel: A PASSAGE TO INDIA
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1984
  • Regie: David Lean
  • Drehbuch: David Lean, nach einem Roman von E. M. Forster
  • Kamera: Ernest Day
  • Schauspieler: Peggy Ashcroft, Judy Davis, James Fox, Alec Guinness, Nigel Havers
  • Auszeichnungen: Oscar 1985 für Nebendarstellerin (Peggy Ashcroft), Musik
Nach 14 Jahren Regie-Abstinenz schließt David Lean mit »Reise nach Indien« noch einmal an die großen Erfolge seiner Monumentalfilme (»Lawrence von Arabien«, 1962, »Dr.
Schiwa
go«, 1965) an.
Die Engländerin Mrs. Moore (Peggy Ashcroft) reist in den 20er Jahren nach Britisch-Indien, um ihren dort in der Kolonialverwaltung tätigen Sohn zu besuchen. Begleitet wird sie von dessen Verlobten Adela Quested (Judy Davis). Die Frauen zeigen sich zugleich beeindruckt und abgestoßen von der fremden Kultur; entsetzt aber sind sie über die Selbstgefälligkeit und den Rassismus ihrer Landsleute gegenüber den Indern.
Auf dem Schiff lernt Adela den indischen Arzt Dr. Aziz (Victor Banerjee) kennen, der versucht, seine Vorurteile abzubauen und die fremde Lebensart zu verstehen. Adele ist nach diesen Begegnungen zwar verwirrt, kann sich aus ihren Konventionen aber nicht lösen: Ein Eklat ist unausweichlich.
Über die brillanten Bilder kommt der historische Konflikt, die Unmöglichkeit der Verständigung verschiedener Nationen während der Kolonialzeit, nach Ansicht einiger Kritiker ein wenig zu kurz.
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