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LEXIKON

japanische Philosophie

Die japanische Philosophie ist mit dem religiösen Denken des Landes eng verbunden. Dieses hat den Shintoismus mit den Fremdreligionen des Buddhismus und Konfuzianismus zu einer Einheit verbunden. Die Religionen sind verschiedener Ausdruck (Wege: Michi) einer Wahrheit. Die Kosmologie lässt alles sich im Raum entfalten, der identisch ist mit dem Umgreifenden, dem Nichts. Das Ganze ist göttlich, aber ohne Personalität. Es wird im Shintoismus als Götterwesen, im Konfuzianismus als Universum, im Buddhismus als Nichts gedacht. Es umgreift auch die Zeit, die „ein Strömen aus ewiger Vergangenheit her in ewige Zukunft hin“ ist. Demgemäß ist auch Geschichte nicht eine lineare Abfolge, sondern „dauernder Umschwung im ewigen Nun“ (Nishida Kitaro).
Die Absonderung des Menschen aus dem Ganzen ist nicht Schuld, sondern Mangel. Sie ist deshalb durch die eigene Bemühung zu überwinden. Die Unausweichlichkeit des individuellen Erlöschens im Tod zeigt ihm die Nichtigkeit des menschlichen individuellen Daseins. In der modernen japanischen Philosophie, z. B. bei Tanabe Hajime, zeigt sich in zunehmendem Maß die Einwirkung europäischen und nordamerikanischen Denkens, der gegenüber sich jedoch der traditionelle Grundzug behauptet.
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