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LEXIKON

isländische Literatur

die sich etwa seit Beginn des 9. Jahrhunderts auf Island entwickelnde Literatur. Sie wurde zunächst zum Ausdruck altgermanischer Tradition und Mythologie und deckte sich weitgehend mit der altnordischen Literatur. Ihre reichste Blüte entfaltete die isländische Literatur im 12. und 13. Jahrhundert. Die von Snorri Sturluson gesammelte Skaldenpoesie und die Edda beeinflussten die ganze europäische Dichtung. Erst im 19. und 20. Jahrhundert drangen neue Impulse ein; v. a. B. Thorensen, J. Hallgrimsson und J. Sigurdsson sind hier zu nennen. Unmittelbare Vorläufer der Moderne sind S. Thorsteinsson, E. H. Kvaran und J. Sigurjónsson. Die isländische Literatur des 20. Jahrhunderts fand wieder den Anschluss an die norwegische und dänische Literatur und wurde vor allem durch Namen wie G. Kamban und G. Gunnarsson bestimmt. Als bedeutendster Schriftsteller gilt H. K. Laxness, der als bislang einziger Isländer 1955 den Literaturnobelpreis erhielt. Die jüngste Literatur befasst sich besonders mit der modernen isländischen Gesellschaft und der Stellung des Individuums in der Moderne, so u. a. E. Kárason (* 1955) oder K. M. Baldursdóttir (* 1948). Große Erfolge mit Kriminalliteratur erzielt A. Indriðason (* 1961).
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