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LEXIKON

Internationle

[
die; lateinisch
]
ursprünglich Kurzwort für Internationale Arbeiterassoziation (IAA). Die IAA wurde am 28. 9. 1864 in London unter Mitwirkung von Karl Marx gegründet. Diese Erste Internationale zerfiel seit 1869 infolge innerer Differenzen zwischen Marxisten und Anarchisten (M. A. Bakunin); der letzte gemeinsame Kongress fand 1872 statt. 1889 entstand in Paris mit der Errichtung des „Ständigen Internationalen Sozialistischen Büros“ die Zweite Internationale, die sich zur größten und mächtigsten Arbeiterorganisation entwickelte. Sie zerbrach faktisch 1914 und zerfiel vollends, als die in Russland siegreichen Bolschewiki sich 1918 von ihr trennten und 1919 in Moskau die „Kommunistische Internationale“ als Dritte Internationale ins Leben riefen (Komintern). Sie bestand bis 1943. Nachfolgerin wurde das Kommunistische Informationsbüro (Kominform), 19471956.
Der Versuch, die Zweite Internationale 1919/20 von der Schweiz aus zu reorganisieren, hatte nur teilweise Erfolg. Erst 1923 kam es in Hamburg zur Bildung der Sozialistischen Arbeiter-Internationale (Abkürzung SAI). Nach den Rückschlägen durch Faschismus, Nationalsozialismus und Stalinismus wurde 1951 in Frankfurt am Main die Zweite Internationale als Sozialistische Internationale (Sitz: London) neu gegründet. Sie umfasst 170 Parteien bzw. Organisationen auf allen Kontinenten (darunter die SPD der Bundesrepublik Deutschland, die SPÖ und die SPS). Vierte Internationale heißt ein 1938 in Mexiko gegründeter Zusammenschluss von Trotzkisten.
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