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LEXIKON

Internationale Beziehungen

Internationale Politik
nach traditionellem Verständnis die grenzüberschreitenden Aktivitäten staatlicher Akteure einschließlich aller nationalen Außenpolitiken, Handels- und Entwicklungspolitiken; nach heutigem Verständnis das Geflecht der Aktivitäten staatlicher und nichtstaatlicher Akteure sowie der internationalen Organisationen. Die klassische staatszentrierte Sichtweise der Internationalen Beziehungen wurde mit der zunehmenden Verflechtung von Nationen und Gesellschaften, der wachsenden grenzüberschreitenden Bedeutung multinationaler Konzerne sowie dem gestiegenen Einfluss von Nichtregierungsorganisationen aufgegeben.
Als Kernbereich der Internationalen Beziehungen gilt die Sicherung von Frieden sowie die Vermeidung oder Regelung von Konflikten durch staatliche Diplomatie auf zwischenstaatlicher (bilateraler) oder internationaler (multilateraler) Ebene. Internationale Organisationen mit globaler Reichweite (Vereinte Nationen) dienen hierbei als Forum zur Koordinierung internationaler Anstrengungen. Durch die zunehmende Verbreitung internationaler Abkommen zum Umwelt- und Menschenrechtsschutz oder zur Liberalisierung des Handels im Rahmen von UNO bzw. WTO spricht man auch von einer zunehmenden Verrechtlichung der Internationalen Beziehungen. An diesen Prozessen, v. a. bei Umweltabkommen, sind in zunehmendem Maße Nichtregierungsorganisationen als Initiatoren, Konferenzmitglieder und Durchführende beteiligt.
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