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LEXIKON

Indischer Nationalkongress

englisch Indian National Congress; Kongresspartei
1885 gegründete indische politische Partei. Der Indische Nationalkongress wurde zum Ausgangspunkt für die Forderung nach Unabhängigkeit, die endgültig 1947 erfüllt wurde. Geistiger Führer war 19201933 M. Gandhi. Unter ihm wurde der Indische Nationalkongress zur Massenorganisation, die alle wichtigen politischen Richtungen Indiens vom linken bis zum rechten Flügel für das Ziel der Unabhängigkeit Indiens zusammenfasste. Entgegen der Absicht Gandhis wurde der Nationalkongress nach der Unabhängigkeit nicht durch einzelne politische Parteien ersetzt. Trotz Abtrennung einzelner ideologischer Gruppen (Hindu-Nationalisten, Marxisten) blieb die Organisation als Sammelbecken mit breitem Spektrum die allumfassende staatstragende Partei.
1969 lösten Auseinandersetzungen zwischen den jungen sozialistischen und den alten konservativen Kräften eine Spaltung der Kongresspartei aus. Es entstand der Kongress O (Organisation) unter M. Desai und M. Patel, der in Opposition zur Regierung ging. Der von I. Gandhi geführte sogenannte „neue“ Indische Nationalkongress behielt die Mehrheit der Abgeordneten und Parteimitglieder hinter sich und errang bei den Wahlen 1971 2/3 der Sitze im Parlament.
Nach der Notstandsregierung I. Gandhis, der anschließenden Wahlniederlage und dem Verlust der Regierungsmacht (1977) kam es 1978 zu einer zweiten Spaltung in den Indira-Gandhi-Flügel Indian National Congress (I), den nach dem Präsidenten D. Urs benannten Indian National Congress (U) und den Indian National Congress (J) unter J. Ram. 1980 erzielte der Indira-Kongress (I) aus der Opposition heraus einen überwältigenden Wahlsieg und blieb bis 1996 stärkste Partei im indischen Unterhaus. Dabei war der Nationalkongress 19801989 und 19911996 auch Regierungspartei. Seit 1998 führt Sonia Gandhi, die Witwe Rajiv Gandhis, die Partei, die seit 2004 wieder den Regierungschef stellt.
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