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LEXIKON

indische Philosophie

in Indien entstandene Vielfalt weltanschaulicher Systeme, oft mit theologischer oder mystischer Ausrichtung, überwiegend in Sanskrit verfasst. Die indische Philosophie ist nicht nur Welt- und Lebensdeutung, sondern immer zugleich Erlösungslehre. Ausgangspunkt waren die seit 1500 v. Chr. abgefassten Texte der Veda. Bereits in den seit 800 v. Chr. entstandenen Upanishaden klingen die Grundgedanken vom Allprinzip des Brahman an (indische Religionen). Die Aufhebung des Karman (Vergeltung der Taten in einem neuen Leben), die der Einzelne durch die Praxis des Yoga erwirkt, führt zur Erlösung von den Leiden der Wiedergeburt (moksa).
Aus dieser gemeinsamen Grundlage sind die drei großen metaphysischen Systeme der indischen Philosophie erwachsen: Samkhya, Buddhismus und Vedanta. Während das Samkhya die Verschiedenheit von Geist und Materie betont, wobei die Materie völlig abgewertet wird, verlegt der Buddhismus das Sein ins Unnennbare, demgegenüber ist die erfahrbare Welt sowohl in ihren geistigen wie materiellen Phänomenen nur leidvoll und vergänglich. Das Nirvana stellt einen Zustand der Befreiung von allen weltlichen Bindungen dar und ist daher die höchste Bewusstseinsform. Für den Vedanta ist die Seele mit Brahman identisch, in der Erkenntnis dieser Einheit liegt die Erlösung.
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