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LEXIKON

Huston

[
ˈhju:stən
]
John, US-amerikanischer Filmregisseur, -autor und -darsteller, * 5. 8. 1906 Nevada,  28. 8. 1987 Newport, R. I.; anfangs Journalist und Drehbuchautor; Regie ab 1941. „Die Spur des Falken“ 1941; „Der Schatz der Sierra Madre“ 1948; „African Queen“ 1952; „Misfits Nicht gesellschaftsfähig“ 1961; „Fat City“ 1972; „Die Weisheit des Blutes“ 1979; „Annie“ 1982; „Unter dem Vulkan“ 1984; „Die Ehre der Prizzis“ 1985 u. a.
Huston, John
John Huston
  • Deutscher Titel: Die Spur des Falken
  • Original-Titel: THE MALTESE FALCON
  • Land: USA
  • Jahr: 1941
  • Regie: John Huston
  • Drehbuch: John Huston, nach einem Roman von Dashiell Hammett
  • Kamera: Arthur Edeson
  • Schauspieler: Humphrey Bogart, Mary Astor, Peter Lorre, Sidney Greenstreet
John Hustons erster Film »Die Spur des Falken« markiert den Beginn der »Schwarzen Serie«. Für den Hauptdarsteller Humphrey Bogart bringt seine Rolle als Detektiv den internationalen Durchbruch.
Die beiden Detektive Sam Spade (Humphrey Bogart) und Miles Archer (Jerome Cowan) werden von einer Mrs. Wonderly (Mary Astor) mit der Suche nach einem gewissen Fred Thursby beauftragt, der angeblich mit ihrer Schwester verschwunden ist. Archer kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben, und auch Thursby wird tot aufgefunden. Der zynische Einzelgänger Spade, der ein Verhältnis mit Archers Frau hat, versucht die Morde allein aufzuklären. Er entdeckt, dass Mrs. Wonderly zu einem internationalen Verbrecherring gehört, der die überaus wertvolle Statue eines Falken sucht. Spade kann den Falken schließlich an sich bringen und den Ring sprengen. Dabei entpuppt sich Mrs. Wonderly als die skrupellose Mörderin von Thursby. Spade liefert sie der Polizei aus, obwohl sie sich ihm geradezu an den Hals wirft.
Der von Bogart überzeugend gespielte Spade verkörpert den rechtschaffenen Mann, der allein gegen alle Widerstände einen komplizierten Fall löst. Er ist die wegweisende Figur für nachfolgende Kriminalfilme der »Schwarzen Serie«.
  • Deutscher Titel: Der Schatz der Sierra Madre
  • Original-Titel: THE TREASURE OF THE SIERRA MADRE
  • Land: USA
  • Jahr: 1948
  • Regie: John Huston
  • Drehbuch: John Huston
  • Kamera: Ted McCord
  • Schauspieler: Humphrey Bogart, Tim Holt, Walter Huston, Bruce Bennett
  • Auszeichnungen: Oscar 1949 für Regie, Nebenrolle (Walter Huston), Drehbuch, Spezialpreis Venedig 1948 für Filmmusik
In »Der Schatz der Sierra Madre« verbinden sich psychologische Charakterstudien mit klassischen Spannungselementen zu einem ungewöhnlichen Western.
Im Mexiko der 20er Jahre begegnen die beiden Abenteurer Dobbs (Humphrey Bogart) und Curtin (Tim Holt) dem Goldsucher Howard (Walter Huston). Gemeinsam brechen sie auf, um das wertvolle Metall zu suchen und stoßen tatsächlich auf eine Goldader. Die plötzliche Aussicht auf Reichtum verstärkt aber ihr gegenseitiges Misstrauen, das nur vorübergehend durch die allen gemeinsame Abneigung gegen den Erpresser Cody (Bruce Bennett) aufgehoben wird. Nachdem Cody durch Banditen getötet worden ist, bricht zwischen den drei Männern blanker Hass aus. Nachdem Howard bereits auf das Gold verzichtet und die Gruppe verlassen hat, kommt es zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen Dobbs und seinem früheren Freund Curtin, bei dem Curtin verwundet zurückgelassen wird. Aber auch Dobbs kann nicht mehr vom Goldfund profitieren, da er bei einem Indianerüberfall stirbt.
Thema des Films ist die Beziehung zwischen den drei Einzelgängern, die ihren tief verwurzelten Argwohn nicht überwinden können.
Dieser letzte Film des Vater-Sohn-Gespanns Walter und John Huston lebt von der subtilen Darstellung der drei Hauptdarsteller.
  • Deutscher Titel: African Queen
  • Original-Titel: THE AFRICAN OUEEN
  • Land: USA
  • Jahr: 1951
  • Regie: John Huston
  • Drehbuch: James Agee, John Huston
  • Kamera: Jack Cardiff
  • Schauspieler: Humphrey Bogart, Katharine Hepburn, Robert Morley
  • Auszeichnungen: Oscar 1952 für Hauptdarsteller (H. Bogart)
John Hustons »African Queen« ist einer der erfolgreichsten Filme 1952. Die Ausgangssituation ist nicht neu: Ein Paar voller Gegensätze entdeckt nach Umwegen die Liebe. Huston entwickelt daraus eine spritzig-satirische Komödie, die bald zu den Kino-Klassikern zählt.
Nach einem Überfall deutscher Truppen auf eine Eingeborenensiedlung kümmert sich der kanadische Kapitän Charlie Allnut (Humphrey Bogart) um die überlebende Missionarstochter Rose (Katharine Hepburn). Allnut wollte eigentlich eine ruhige Zeit mit Gin und Zigaretten auf seinem Frachtschiff verbringen. Doch die missionarische Rose gewöhnt Allnut Rauchen, Trinken und Fluchen ab und überredet ihn, sich in das Kriegstreiben einzumischen. Sie wollen mit Allnuts Boot ein deutsches Kanonenboot zerstören. Dieser Angriff schlägt allerdings fehl.
Die beiden werden gefangen genommen, aber durch glückliche Fügung verwirklicht sich Roses Plan doch, das Paar entkommt.
Die Spiellust der beiden ist in jeder Sequenz zu spüren. Bogart erhält für die Wandlung vom raubeinigen Trinker zum mutigen Mann seinen einzigen Oscar. Katharine Hepburn glänzt als zimperliche Rose, die durch die Liebe aufblüht.
  • Deutscher Titel: Misfits nicht gesellschaftsfähig
  • Original-Titel: THE MISFITS
  • Land: USA
  • Jahr: 1961
  • Regie: John Huston
  • Drehbuch: Arthur Miller
  • Kamera: Russell Metty
  • Schauspieler: Marilyn Monroe, Clark Gable, Montgomery Clift
John Hustons »Misfits nicht gesellschaftsfähig« kommt 1961 in die US-Kinos. Für zwei der größten Hollywoodstars, Marilyn Monroe und Clark Gable, wird es der letzte Leinwand-Auftritt.
Auch die Geschichte des Films handelt vom Tod und der Zerstörung von Mythen und Gefühlen durch ein Dasein, mit dem die Protagonisten nicht fertig werden: Roslyn (Marilyn Monroe) hat sich in Reno scheiden lassen und sucht Ablenkung und Trost bei drei Außenseitern, die eine Wildpferdjagd vorbereiten. Sie verliebt sich in den älteren Rodeo-Reiter Gay (Clark Gable). Doch die Romantik endet mit dem Beginn der großen Jagd. Das Selbstbild der drei Männer als ungebundene Helden erweist sich als mühsam aufrechterhaltene Verklärung eines Daseins ohne Würde: Den Jägern geht es einzig darum, möglichst viele Pferde zusammenzutreiben, um sie an eine Futterfabrik zu verhökern. Nur Perce (Montgomery Clift), der jüngste der Gruppe, erkennt, wie sehr Roslyn von ihrem Tun abgestoßen wird. Aus Bewunderung für sie lässt er die gefangenen Pferde frei. Gay verliert darauf die Beherrschung. In einem dramatischen Versuch, sein Selbstbild zu erhalten, fängt er den Leithengst wieder ein. Doch es ist zu spät: Die Gruppe ist ebenso zerbrochen wie Roslyns Hoffnung auf ein besseres Leben.
John Huston und Drehbuchautor Arthur Miller geht es um die Demontage amerikanischer Heldenmythen und um eine Anklage gegen das Kommerzdenken. Kritiker weisen auf Unschlüssigkeiten in der Story hin, doch die Leistungen der Schauspieler und Hustons Regiearbeit lassen den schwierigen Film zum Welterfolg werden.
Im Juli 1956 heiratete Marilyn Monroe den Dramatiker Arthur Miller (»Tod eines Handlungsreisenden«). Die Ehe der Sexbombe mit dem Intellektuellen wird zum großen Thema der Illustrierten. Trotz der Zusammenarbeit bei dem Film »Misfits« wird die Ehe während der Dreharbeiten geschieden.
  • Deutscher Titel: Fat City
  • Original-Titel: FAT CITY
  • Land: USA
  • Jahr: 1972
  • Regie: John Huston
  • Drehbuch: Leonard Gardner, nach seinem Roman
  • Kamera: Conrad Hall
  • Schauspieler: Stacy Keach, Jeff Bridges, Susan Tyrell, Candy Clark
Mit dem Boxer-Drama dreht der 66-jährige Huston, deprimiert von den Misserfolgen seiner letzten Werke, seinen bisher wohl persönlichsten Film. Die Hoffnung auf persönlichen und beruflichen Erfolg, Illusionen und Enttäuschungen sind Hustons Thema. Durchlebt werden sie vom Ex-Berufsboxer Tully (Stacy Keach), der von seiner Frau verlassen wird und ohne Perspektiven sein Dasein fristet. Doch dann findet er durch den jungen Ernie (Jeff Bridges) zum Sport zurück.
Erfolglos bemüht er sich, Ernie zum Profi aufzubauen, und auch er selbst bleibt glücklos. Hustons Protagonisten sind zum Scheitern verurteilt »Fat City«, ein Leben in Geld und Luxus, bleibt für sie eine Illusion.
Der neue Huston-Film erhält fast ausschließlich positive Kritiken, und auch an den Kinokassen wird der Film ein großer kommerzieller Erfolg.
  • Deutscher Titel: Unter dem Vulkan
  • Original-Titel: UNDER THE VOLCANO
  • Land: USA
  • Jahr: 1984
  • Regie: John Huston
  • Drehbuch: Guy Gallo, nach einem Roman von Malcolm Lowry
  • Kamera: Gabriel Figueroa
  • Schauspieler: Albert Finney, Jacqueline Bisset, Anthony Andrews, Katy Jurado
Die Handlung spielt im mexikanischen Guernavaca am Tag des Allerheiligenfestes, dem Feiertag der Lebenden und der Toten. Der ehemalige britische Konsul Geoffrey Firmin (Albert Finney) verbringt seine Zeit im Alkoholrausch. Vor einem Jahr hat ihn seine Frau Yvonne (Jacqueline Bisset) verlassen. Doch trotz der Trennung konnten die beiden sich nie voneinander lösen. Als sie an diesem Tag vor ihm steht, glaubt er zunächst an ein Trugbild. Das neue Glück der beiden ist aber nur von kurzer Dauer, denn nach einem Ausflug zum Stierkampf entwickelt sich eine Katastrophe. Der Konsul wird nach einer Auseinandersetzung mit drei Faschisten in einer schmutzigen Absteige niedergeschossen. Auch Yvonne überlebt diesen Tag nicht: Auf der Suche nach Geoffrey wird sie von einem weißen Pferd getötet.
Regisseur John Huston inszeniert diesen Film mit gewohnter Virtuosität, und die Schauspieler liefern eine überzeugende Darbietung.
  • Deutscher Titel: Die Ehre der Prizzis
  • Original-Titel: PRIZZI„S HONOR
  • Land: USA
  • Jahr: 1985
  • Regie: John Huston
  • Drehbuch: Richard Condon, Janet Roach, nach dem Roman von Richard Condon
  • Kamera: Andrzej Bartkowiak
  • Schauspieler: Jack Nicholson, Kathleen Turner, Robert Loggia, John Randolph, Anjelica Huston
  • Auszeichnungen: Oscar 1986 für Nebendarstellerin (Anjelica Huston)
Der Film »Die Ehre der Prizzis« basiert auf dem Roman »Prizzi„s Honor« von Richard Condon (1982): Die Freundschaft mit Regisseur John Huston bringt dem Autor schließlich auch den Auftrag, das Drehbuch zu schreiben. In der Zusammenarbeit der beiden Altmeister entsteht ein sarkastischer Gangsterfilm von atemberaubender Eindringlichkeit. »Die Ehre der Prizzis« beeindruckt durch große darstellerische Leistungen (Jack Nicholson, Kathleen Turner).
Die Zukunft von Charly Partanna (Jack Nicholson), dem Patensohn des Mafia-Chefs Don Corrado Prizzi, wird früh festgelegt und ist untrennbar mit dem Schicksal des Clans verbunden. Partanna arbeitet als Chef-Killer, der gewohnt ist, alle Schwierigkeiten gewalttätig aus dem Weg zu räumen. Er ist kaltschnäuzig, »zuverlässig« und recht einfältig. Bald wird er als Nachfolger des Don gehandelt. Bei der Hochzeitsfeier von Don Corrados Enkelin lernt Charlie eine Frau kennen, die sein Leben verändert. Er verliebt sich in Irene Walker (Kathleen Turner) und heiratet sie. Die Idylle wird gestört, als er entdeckt, dass die mysteriöse Schöne in derselben Branche wie er selbst tätig ist. Schließlich werden die beiden sogar aufeinander angesetzt. Gefahr droht Charlie aber auch von Maerose Prizzi (Anjelica Huston), mit der Charlie eine Liaison hatte. Aus gekränkter Eitelkeit und Eifersucht versucht sie mit allen Mitteln, ihm ins Handwerk zu pfuschen.
Regisseur Huston präsentiert eine ebenso zynische wie spannende Mischung aus Liebes- und Gangstergeschichte.
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