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LEXIKON

Hirtenvölker

Viehzüchter
die vorwiegend von Viehzucht lebenden Völker, die daher ihre Lebensweise den Bedürfnissen ihrer Tiere angepasst haben. Hauptherdentiere sind Rind, Schaf und Ziege, ferner Kamel und Pferd. Die Tiere genießen eine hohe Wertschätzung, meist nicht nur in ihrer Funktion als Nutztiere, sondern auch als Ausdruck des Reichtums und als Opfertiere.
Ursprünglich lebten die Hirtenvölker (oder Teile des Stammes, z. B. die jungen Männer) meist als Wanderhirten (Nomadismus); nur selten hatten sie feste Wohnsitze. In vielen Staaten (Russland, Kasachstan, Mongolei, Iran u. a.) wurden sie jedoch mittlerweile zur Sesshaftwerdung gedrängt.
Hirtenvölker gab es ursprünglich ausschließlich in der Alten Welt in dem Steppen- und Hochlandgürtel von der Mongolei über Zentralasien (Kirgisen, Kasachen u. a. Turkvölker, Tibeter mit Yakzucht), Iran, Südostrussland, die Balkanhalbinsel und Arabien (Beduinen), Nordostafrika und die Sahara (Tuareg, Tubu) zum Sudan (Sudanaraber, Fulbe) und entlang der ostafrikanischen Hochländer bis nach Südwestafrika (Khoikhoin, Herero) sowie (mit Rentieren) entlang der Polarzone von den Samen (Lappen) bis zu den Tschuktschen.
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