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LEXIKON

Hndi

Hindustani
Asien: Völker und Sprachen
Asien: Völker und Sprachen
neuindische Sprache mit rund 182 Mio. Sprechern, seit 1950 Amtssprache der Indischen Union (neben dem Englischen); verbreitet in der nördlichen Hälfte des indischen Subkontinents, besonders in den Bundesstaaten Madhya Pradesh, Uttar Pradesh, Bihar und Haryana. Hindi ist eine indoeuropäische Sprache und die sprecherreichste des indoarischen Sprachzweigs. Das Hindi entwickelte sich aus dem Altindischen über verschiedene Prakrit-Dialekte und das Apabhramsha, mit Einflüssen des Arabischen und Persischen; es weist bis heute starke mundartliche Varianten auf. Die Umgangssprache des Hindi und das in Pakistan gesprochene Urdu weichen nur wenig voneinander ab; Unterschiede zeigen sich in den Schriftsprachen: Während das Urdu (geschrieben in arabischer Schrift) die arabisch-persischen Einflüsse hervorhebt, greift das Hindi, das in der Nagari-Schrift notiert wird, verstärkt auf Elemente des Sanskrit zurück.
Bedeutende Literatur gibt es seit dem 12. Jahrhundert Im 15. und 16. Jahrhundert dominierte die religiöse Dichtung, ihr berühmtestes Zeugnis ist Tulsidas Ramayana-Bearbeitung „Ramcaritmanas“. Höfische Liebes- und Heldendichtung beherrschte die klassische Zeit (16.18. Jahrhundert). Mit Beginn der britischen Herrschaft und durch sie gefördert, gewann die Prosaliteratur größere Bedeutung; mit ihr setzte sich eine regulierte Hindi-Hochsprache durch. Produktivster Prosaist und Dramatiker des 19. Jahrhunderts war B. Harishchandra (* 1850,  1885). Im 20. Jahrhundert wichen die mythologischen, religiösen und historischen Stoffe sozialkritischen Themen. Als Begründung einer modernen Hindi-Literatur gilt besonders Premchand. Kurzgeschichten und Erzählungen nehmen in der neuesten Hindi-Literatur eine zentrale Stellung ein.
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