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LEXIKON

Hawaii

Flagge der Hawaii-Inseln
Abkürzung HI, US-amerikanischer Bundesstaat im Pazifischen Ozean, umfasst die Hawaii-Inseln (englisch Hawaiian oder Sandwich Islands) mit insgesamt 28 313 km2, 1,21 Mio. Einwohnern, davon 36% Asiaten (vor allem Japaner), 24% Weiße, 18% Polynesier; Hauptstadt Honolulu auf Oahu.
Die Hawaii-Inseln umfassen 8 größere, gebirgige und bewohnte Inseln (größte Insel Hawaii 10 414 km2, 120 000 Einwohner; ferner Maui 91 400 Einwohner; Oahu 836 000 Einwohner, Kauai 50 900 Einwohner, Molokai, Lanai, Niihau und Kahoolawe) und viele kleine Koralleninseln. Die Inseln sind die Spitzen eines riesigen, aus dem 5400 m tiefen Ozeanbecken aufragenden Vulkanstocks mit rund 40 erloschenen Vulkanen, z. B. dem Mauna Kea (4208 m) und den noch tätigen Vulkanen Mauna Loa (4170 m) und dem nahezu ständig aktiven Kilauea (1244 m) auf Hawaii. Es herrscht ein sehr regenreiches tropisches Seeklima mit passatischen Stauniederschlägen (über 10 000 mm im Jahr). Im Regenschatten der Berge breiten sich Savannen aus (bei künstlicher Bewässerung sehr fruchtbar), auf der Luvseite dichte Urwälder, die heute z. T. gerodet und in Riesenplantagen umgewandelt sind.
Hauptanbauprodukte sind Ananas, Zuckerrohr, Kaffee, Sisal, Reis, Bananen, die meist an Ort und Stelle verarbeitet werden. Außerdem werden Blumenzucht (Orchideen), Vieh- und Geflügelzucht sowie Fischfang (Thunfische) betrieben. Die Industrie konzentriert sich auf die Insel Oahu (Ölraffinerie, Stahl-, Nahrungsmittel-, Textil- und Zementindustrie). Wichtigster Wirtschaftszweig ist der Tourismus mit Honolulu (und der berühmten Waikikibucht) sowie dem Hawaii Volcanoes National Park (Weltnaturerbe seit 1987) als beliebtesten Reisezielen.
Durch ihre Lage auf halbem Weg nach Ostasien sind die Hawaii-Inseln der wichtigste pazifische Stützpunkt der USA; Honolulu ist Zwischenlandeplatz des interkontinentalen Luftverkehrs und Haupthafen (Kriegshafen Pearl Harbor, US-Marinebasis seit 1887).

Geschichte

Die Hawaii-Inseln wurden 1778/79 von dem britischen Forschungsreisenden J. Cook entdeckt, er nannte sie „Sandwich Islands“. Seit dem Ende des 10. Jahrhundert sind sie von Polynesiern bewohnt. In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts bestanden drei miteinander rivalisierende Königreiche, die Kamehamea I. um 1800 zum Königreich Hawaii zusammenschloss. Die USA, Frankreich und Großbritannien erkannten Mitte des 19. Jahrhunderts die Unabhängigkeit Hawaiis an. Aber das Interesse der USA an Hawaii erwachte, nachdem die Amerikaner die nordamerikanische Pazifikküste gewonnen hatten. 1891 starb der letzte König der Polynesier, und seine Schwester Liliukalami übernahm die Nachfolge. Sie geriet in Konflikt mit den Amerikanern, deren Interessen Sanford B. Dole vertrat. 1893 wurden die Königin gestürzt und die Inseln von US-Bürgern annektiert, die 1894 die Republik Hawaii ausriefen. Erster Präsident wurde Dole. Wegen seiner strategischen Bedeutung wurde das Land 1898 den USA zunächst als Bundesterritorium und 1959 als 50. Bundesstaat angeschlossen. Der Name des US-Flottenstützpunktes Pearl Harbor auf der Hawaii-Insel Oahu wurde weltweit bekannt durch den Angriff der Japaner am 7. 12. 1941, bei dem ein Teil der amerikanischen Pazifikflotte vernichtet und der bis dahin auf Europa beschränkte Krieg zum Weltkrieg ausgeweitet wurde.
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