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LEXIKON

Hrlan

Veit, deutscher Filmregisseur und Schauspieler, * 22. 9. 1899 Berlin,  13. 4. 1964 Capri; drehte vor allem Melodramen (z. B. „Die Reise nach Tilsit“ 1939, „Immensee“ 1943) und nationalsozialistische Propagandafilme (z. B. „Jud Süß“ 1940, „Der große König“ 1942, „Kolberg“ 1945).
Harlan, Veit
Veit Harlan
Veit Harlan an der Seite seiner Sekretärin
  • Deutscher Titel: Jud Süß
  • Original-Titel: JUD SÜSS
  • Land: Deutsches Reich
  • Jahr: 1940
  • Regie: Veit Harlan
  • Drehbuch: Veit Harlan, Eberhard Wolfgang Möller, Ludwig Metzger, nach einer Novelle von Wilhelm Hauff
  • Kamera: Bruno Mondi
  • Schauspieler: Ferdinand Marian, Heinrich George, Kristina Söderbaum, Werner Krauss, Eugen Klöpfer
In 66 Berliner Kinos läuft mit »Jud Süß« von Veit Harlan der bekannteste antisemitische NS-Propagandaspielfilm an. Die Handlung orientiert sich an einem Roman von Lion Feuchtwanger, dessen Aussage jedoch ins Gegenteil verkehrt ist.
Der Herzog von Württemberg (Heinrich George) ernennt den Frankfurter Juden Isaac Süß-Oppenheimer (Ferdinand Marian) zum Finanzminister. Süß erhöht die Abgaben und öffnet das Land für andere Juden, die sich rücksichtslos bereichern.
Harlans filmische Umsetzung des NS-Rassenwahns gilt als eines der abschreckendsten Beispiele für die psychologische Macht der Leinwand. Ab 1945 ist die Aufführung von »Jud Süß« verboten. Harlan wird wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht gestellt, aber freigesprochen.
  • Deutscher Titel: Der große König
  • Original-Titel: DER GROSSE KÖNIG
  • Land: Deutsches Reich
  • Jahr: 1942
  • Regie: Veit Harlan
  • Drehbuch: Veit Harlan
  • Kamera: Bruno Mondi
  • Schauspieler: Otto Gebühr, Kristina Söderbaum, Gustav Fröhlich
  • Auszeichnungen: »Film der Nation« 1942, »Coppa Mussolini« 1942
Der Historienfilm »Der große König« mit Otto Gebühr in der Rolle von Friedrich II. ist einer der größten Kassenerfolge während der Hitlerherrschaft.
Kunersdorf
1759: Im Siebenjährigen Krieg unterliegt Preußenkönig Friedrich II. österreichischen und russischen Truppen. Der plötzliche Tod der Zarin ermöglicht den Frieden mit
Russland
. Bei Torgau schlägt Friedrich die Österreicher. Neben Friedrich stehen eine Müllerstochter (Kristina Söderbaum) und ein Feldwebel (Gustav Fröhlich), der für das nationale Element sorgt, im Mittelpunkt.
  • Deutscher Titel:
    Kolberg
  • Original-Titel: KOLBERG
  • Land: Deutsches Reich
  • Jahr: 1945
  • Regie: Veit Harlan
  • Drehbuch: Veit Harlan, Alfred Braun
  • Kamera: Bruno Mondi
  • Schauspieler: Heinrich George, Kristina Söderbaum, Horst Caspar
In zweieinhalb Jahren und mit dem Rekordetat von 8,5 Mio. Reichsmark schuf Veit Harlan den nationalsozialistischen »Durchhaltefilm« par excellance. Er erzählt die Geschichte vom Kampf der Festung
Kolberg
unter Leitung des preußischen Generalfeldmarschalls Graf Neidhardt von Gneisenau gegen die französischen Besatzer 1806/07. Die Stadt steht bereits vor der Kapitulation, als Gneisenau und seine Gefolgsleute die Initiative an sich reißen und in scheinbar auswegloser Situation über die Feinde triumphieren.
Die zeitgenössischen Bezüge in dem reich ausgestatteten Historienfilm sind unübersehbar. Vier Monate vor der deutschen Kapitulation soll der Film das Volk zur Fortsetzung des sinnlosen Kampfes bewegen. Dass Harlan die historische Wahrheit zugunsten der nationalsozialistischen Propagandaaussage verfälscht, wird auch in der Nachkriegszeit billigend in Kauf genommen: 1965 bringt der deutsche Verleih den Film mit einer Dokumentation über die Entstehung wieder in die Kinos.
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