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LEXIKON

Goldschmidt

Georges-Arthur, eigentlich Jürgen-Arthur Goldschmidt, deutsch-französischer Schriftsteller, Essayist und Übersetzer, * 2. 5. 1928 Reinbek bei Hamburg; aufgewachsen in einer protestantischen Familie jüdischer Herkunft; emigrierte 1938 nach Frankreich; der Schmerz über den erzwungenen Verlust von Familie, Sprache und Heimatland ist neben weiteren Themen wie Verfolgung, Angst, Einsamkeit, Schuld und Scham stets Gegenstand seiner Erzählungen und autobiografischen Schriften in deutscher und französischer Sprache (u. a. „Die Absonderung“ 1991; „Die Aussetzung“ 1996; „Die Befreiung“ 2007). Als Kulturkorrespondent und Übersetzer (u. a. von Goethe, Kafka, Nietzsche und vor allem Peter Handke) ist Goldschmidt ein bedeutender Mittler zwischen deutscher und französischer Kultur. Das Verhältnis beider Kulturen und Sprachen untersucht er u. a. in den beiden programmatischen Schriften „Als Freud das Meer sah“ 1988, deutsch 1999 und „Freud wartet auf das Wort“ 1996, deutsch 2006 (gemeinsamer Untertitel „Freud und die deutsche Sprache“) sowie in „Der Stoff des Schreibens“ 1997, deutsch 2005; weitere Werke: „Der Spiegeltag“ 1981, deutsch 1982; „Ein Garten in Deutschland“ 1986, deutsch 1988; „Meistens wohnt der den man sucht nebenan“ 2007, deutsch 2010; „Die Faust im Mund“ 2008; Autobiografie „Über die Flüsse“ 1999, deutsch 2001.
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