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LEXIKON

Glucocorticode

Glukokortikoide
in der Nebennierenrinde gebildete Hormone aus der Klasse der Steroide. Sie sind an der Steuerung des Stoffwechsels und der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt und werden z. B. vermehrt bei länger anhaltendem Stress ausgeschüttet. Sie fördern die Bildung von Kohlenhydraten aus Proteinen und Fetten, die dann in Form von Blutzucker als schneller Energielieferant zur Verfügung stehen. Im Übrigen unterliegt ihre Sekretion einem periodischen Tagesrhythmus und erreicht ihr Maximum morgens zwischen 6 und 8 Uhr. Die Bildung der Glucocorticoide aus Cholesterin wird von dem adrenocorticotropen Hormon (ACTH) stimuliert. Wichtigster Vertreter ist das Cortisol, das in seiner inaktiven Form als Cortison bezeichnet wird. Therapeutisch werden die Glucocorticoide wegen ihrer entzündungshemmenden, antiallergischen und immunsuppressiven Wirkung bei vielen Krankheitsbildern eingesetzt, u. a. bei Asthma, chronischer Bronchitis, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, rheumatischen Erkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, bei allergischen Reaktionen oder nach Transplantationen zur Unterdrückung der Abstoßungsreaktion, äußerlich bei vielen Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Ekzemen.
Ausgehend vom Cortisol oder Cortison hat man durch Abwandlung verschiedene synthetische Glucocorticoide hergestellt, wie z. B. Prednison und Prednisolon mit ähnlichem therapeutischem Einsatzgebiet, aber größerer Wirksamkeit als die Ausgangssubstanzen.
Alle Glucocorticoide sind hochwirksame Medikamente, die je nach Dosierung und Dauer der Anwendung unterschiedliche Nebenwirkungen haben, z. B. Wassereinlagerung im Gewebe und das Aufschwemmen des Körpers, Gewichtszunahme bei einem Schwund der Muskulatur und ein sogenanntes Vollmondgesichts (Cushing-Syndrom), außerdem Knochenentkalkung (Osteoporose), ein erhöhter Blutzuckerspiegel bis hin zu Diabetes mellitus, eine Schwächung des Immunsystems mit erhöhter Infektanfälligkeit, außerdem kann es zu Euphorie und nach Absetzen zu Depressionen kommen. Die meisten dieser unerwünschten Wirkungen verschwinden nach Absetzen des Medikaments wieder. Dabei muss das Absetzen langsam erfolgen (Ausschleichen), damit die körpereigene Hormonproduktion wieder anlaufen kann.
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